Gradinger-Kolumne: Aragon und Assen

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Nach dem Deutschen Meistertitel letztes Jahr wagt sich Thomas Gradinger 2018 ins 600er WM-Abenteuer. Hier schildert der Österreicher, wie es ihm mit dem NRT World Supersport-Team beim dritten Rennen in Aragon und Round  4 in Assen erging.

Thomas Gradinger, NRT-Yamaha R6: Platz 9 in Assen beim vierten Saisonrennen. Passt!

»Nach Thailand ist also Aragon angestanden, in der Zwischenzeit habe ich mir die Zeit mit Testfahren für KTM vertrieben. Ordentlich reingehängt habe ich mich auch beim Konditionstraining, weil Aragon die erste Strecke heuer war, die ich vorher schon kannte. Wir, also mein Kumpel Tobias und ich, sind dort mit dem Wohnmobil hingefahren, so wie es auch für alle übrigen Läufe in Europa geplant ist. Aufgebrochen sind wir am Montag in der Früh, angekommen spät am Dienstag. Spanien hat uns eher unüblich empfangen, Regen, Kälte, zum WE hin ist es zum Glück besser geworden. Mechaniker und Team hatten noch viel Arbeit zu erledigen; am Freitag ging es mit dem Training los. Beim ersten war die Strecke noch feucht, wir mussten mit Regenreifen loslegen, es hat dann aufgetrocknet, die letzten 10 Minuten waren trocken. Da habe ich aber schon nicht mehr mitfahren können, weil gegen Mitte der Session ein Elektronikfips reingefunkt hatte und ich anhalten musste. Bis das Bike zurück an der Box, das Problem gefunden und behoben war, kam ich nicht mehr zum Fahren, es hat nurmehr für eine Installationsrunde gereicht, um zu überprüfen, ob alles wieder funktioniert.«

Unser Team, stolz und farbenprächtig. In der Mitte Teammanager Gary Reynders und Teambesitzer Vafi Khan. Der ersten Sieg für NRT World Supersport gelang Jules Cluzel (#16) in Assen, ich konnte mich mit P9 über meine erste Top-Ten-Platzierung in dieser Saison freuen.

»Das zweite Training war bei trockenen Bedingungen, ich war voll motiviert, dass ich gleich eine gute Zeit schaffe, um in die Superpole 2 einzuziehen; vielleicht zu motiviert, weil ich bin in der letzten Kurve bei ziemlich hohem Speed gestürzt; durch einen blöden Fehler eigentlich, ich habe nicht richtig runterschaltet, bin dann ein bisserl weit gegangen, habe mir nix gedacht. Nur leider war es da noch ziemlich dreckig vom Regen vorher, deshalb bin ich ausgerutscht. Das Bike hatte gar nicht so viel, aber bis das wieder an der Box war, ist leider die Zeit davongelaufen. Wir haben dann im dritten Training etwas ausprobiert, was vorher durch den Sturz nicht möglich war. Die Zeiten sind um einiges besser geworden, wir waren eigentlich gut gerüstet für die Superpole, in der ich gleich richtig attackiert habe. Leider habe ich die Superpole 2 um ein paar Tausendstel verpasst, aber ich habe schon gespürt, dass es ganz gut lief; was man auch im Warm-up am Sonntag gesehen hat.«

»Zum Rennen: Der Start war mässig, ich habe die ersten zwei Runden brutal viele Berührungen gehabt und Zweikämpfe, bin noch rausgeschoben worden, zur zweiten Runde war ich ziemlich weit hinten, habe dann angefangen, mich vorzukämpfen. Als ich an den Langsameren vorbei war, war ich Dreizehnter, dann war der Anthony West vor mir, die Lücke wollte ich zufahren, was auch gut funktioniert hat, ich bin immer näher gekommen, es ist recht gut gelaufen, auf der Strecke war in dem Moment Viertschnellster und habe mich sehr gut gefühlt, bin dann aber in der ersten Kurve, da ist eine kleine Welle, die ich genau erwischt habe, gestürzt. Ich bin zwar weiter gefahren, es hat aber noch eine Weile gedauert, bis die Luft komplett aus dem Airbag in der Kombi war, ich hatte kein Vertrauen mehr ins Vorderrad, weil die Strecke hat sich ziemlich verändert, es war um einiges wärmer als am Vortag oder im Warm-up. War kein Gefühl mehr da, ist eh problematisch nach so einem Sturz übers Vorderradl. Fertig fahren war trotzdem wichtig, einfach noch ein paar Kilometer sammeln. Mein Teamkollege Jules Cluzel ist zum Glück Dritter geworden, was sehr geil war.«

Auch lange Strecken können lustig sein: Thomas, Tobias.

»Am Dienstag sind wir abgereist von Aragon und am Mittwoch in Assen angekommen. Wir sind durchgefahren, das war eine lange Fahrt, aber lustig. Dort erstmal alles aufbauen, wir sind nochmal in die Stadt zum Umschauen und haben ein Rennradtour gedreht. Assen hat uns unerwartet mit 30 Grad begrüsst, was eigentlich sehr unüblich ist dort, jedenfalls habe ich das so noch nie erlebt, nur Sonnenschein und kein einziger Tag mit Regen, und das übers ganze Wochenende.«

Beschirmt: Auf schlankem Fuß am Grid.

»Die Freitagstrainings waren kurz zusammengefasst nicht so optimal, trotzdem ist es besser gelaufen als erwartet. Mir gefällt die Strecke in Assen sehr gut, aber ich habe immer ein Problem damit. Ich weiss nicht warum, aber das Flüssige dort, das liegt mir nicht so. Ich war dann auf Platz 16, was nicht meinen Erwartungen entspricht, aber der Zeitabstand hat sich in Grenzen gehalten. Ich konnte mich danach stetig verbessern und wir konnten am Fahrwerk etwas verbessern, das zu Beginn nicht so gut war wie erhofft. Dann Qualifying: Platz 14 war gut, sogar besser wie erwartet, gefolgt von einer Überraschung im Warm-up auf Platz 9. Ist auch sehr gut gegangen, ich bin also mit grossen Hoffnungen ins Rennen gegangen. Der Start war mässig, weil ich etwas Neues ausprobieren wollte – an der Bremse ziehen, gleichzeitig Gasgeben und dann loslassen. Das hat beim Probestart echt gut hingehauen, aber als es drauf ankam, beim Rennstart, leider gar nicht.«

Stark: Cluzel-Sieg in Assen.

»Ich habe mich also wieder durchkämpfen müssen, das coole war, dass mich der Krummenacher überholt hat, dem habe ich dann ein, zwei Runden folgen können, bis wir auf die nächste Gruppe aufgelaufen sind. Er war so schnell unterwegs und ist gleich vorbeigekommen, ich bin dran hängengeblieben. Es war dann ein ziemlich lustiges und unterhaltsames Rennen, mit etlichen Zweikämpfen,es  war spannend und auch lehrreich. Ich habe dann Hartog und Tuuli nicht mehr überholen können, aber mit Platz 9 am Ende war ich sehr zufrieden. Darauf kann man aufbauen, auch von der Rundenzeit her, ich war nur zwei Zehntel langsamer wie der Rennsieger, mein Teamkollege Cluzel, der den ersten Sieg für NRT-Team schaffte, was natürlich genial war und alle sehr happy gestimmt hat.«

»Danach ging es gleich auf die Heimreise, wir sind am Montag um 3 Uhr in der Nacht angekommen. Danach ein bisserl ausgeschlafen, Wohnmobil ausgepackt und am Dienstag in der Früh ist es für mich gleich wieder weitergegangen nach Spanien, mit der Firma für einen kleinen Rennstreckentest mit der 790er Duke, was auch sehr lustig war. Jetzt war ich eine Woche zu Hause, jetzt Freitag breche ich nach Mugello auf, da steht noch ein Test mit meiner NRT-R6 an, damit wir gut vorbereitet sind für Imola. Drückt mit die Daumen. Danke und Servus!«

Thomas #36 Gradinger

Fotos: NRT World Supersport Racing Team

 

»Übrigens: Ich verlose 1 x 2 Wochenend-Paddock-Tickets für das WorldSBK-Event in Brünn/Tschechien vom 8-10. Juni 2018. Einfach auf meine Facebook-Seite »Thomas Gradinger« gehen, „Gefällt mir“ drücken und kommentieren, mit wem du zur WorldSBK nach Brünn kommen möchtest, schon nimmst an der Verlosung teil. Wer meinen Facebook-Post mit dem Gewinnspiel teilen möchte – nur zu!«

Teilnahmebedingungen:

– Das Gewinnspiel läuft bis zum 13.05.2018 um 20:00 Uhr.
– Teilnahmeberechtigt sind alle User, die das Orginalposting auf meiner FB-Seite mit „Gefällt mir“ markieren und „kommentieren“.
– Der/Die Gewinner/In wird nach dem Zufallsprinzip mit einer „Glücksfee“ ermittelt und im Anschluss verständigt.
– Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook und wird in keiner Weise von Facebook gesponsert, unterstützt oder organisiert. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Keine Barablösung der Tickets möglich.

Viel Glück

TG#36

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Thomas Gradinger

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