Honda Monkey 125 kommt Juni 2018

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Knuffig: Neue Monkey in Banana Yellow.

Jetzt ist es offiziell: Honda´s neu aufgelegtes Kult-Minibike rollt im Juni zu den Händlern. Der luftgekühlte 125er Viertakter leistet knapp 10 PS, die Ausstattung umfasst Upside-Down-Gabel, Stereo-Stossdämpfer, LCD-Cockpit, LED-Lichttechnik rundum und ein ABS mit Hinterrad-Abhebe-Erkennung.

Die Monkey kennt eigentlich jeder; Hondas Minibike ist seit den Siebziger Jahren eine Ikone auf Rädern. Die ersten Exemplare wurden 1961 gefertigt und waren zum Einsatz im Tama-Tech-Vergnügungspark in Tokio bestimmt, als besondere Attraktion für Kinder. Die Begeisterung für den ulkigen Flitzer machte jedoch auch vor Erwachsenen nicht halt. Als Folge legte Honda eine zulassungsfähige Variante des sympathischen Minibikes auf, die ab 1963 nach Amerika und auch Europa erfolgreich exportiert wurde. Chromtank und 5-Zoll-Gokart-Räder zeichneten diese komplett federungslose erste Variante aus.

 

Das Minibike verzauberte alle dank geschrumpfter Proportionen, lustigem Design und leichter Fahrbarkeit. Damit durch die Gegend zu düsen, war einfach ein besonderer Spaß. Ab 1969 wurden größere 8 Zoll-Räder verbaut, ab 1970 wertete ein umklappbarer Lenker die pfiffige Konstruktion auf, weil sich damit die Möglichkeit eröffnete, als Mobilitäts-Problemlöser bei Bedarf auch mal im PKW-Kofferraum mitgenommen zu werden.

Honda Monkey 125 in Pearl Nebula Red.

Ab 1978 startete das Minibike, nun mit einem Tank in Tropfenform, regelrecht durch – vor allem die Amerikaner entdecken den Flitzer als Mobilitäts-Alternative, wenn es mit Campern und Wohnmobilen auf Ausflüge ging. Kleine und große Einsteiger lernten die Honda auf diese Weise kennen. Das Fahren war dank Dreiganggetriebe und einfach zu bedienender Fliehkraftkupplung ein leicht zu lernendes Vergnügen – simples Drehen am Gasgriff reichte, um den Spaß an motorisierter Fortbewegung auf zwei Rädern zu erleben.

Monkey fahren war immer easy und ein tierischer Spaß dazu. Möglichweise hat das charmante Teil von Honda sogar mehr als manches erwachsene Bike dazu beigetragen, dass spätere Motorradfahrer den Spaß auf zwei Rädern überhaupt entdeckten. Knuffige Reifen, lustige Lenker- und Tankformen, niedrige Sitzhöhe und komfortabler Einzelsitz – einladender kann ein motorisiertes Zweirad kaum anmuten. Das Potential, Berührungsängste bei Newcomern zu überwinden und abzubauen, zählte stets zu den wichtigsten Qualitäten der Monkey – und funktioniert bis heute.

Für Freunde dunkler Töne: Monkey 125 in Pearl Shining Black.

Der Erfolg der MSX125 stellte unter Beweis, dass unverändert ein Markt für pfiffige Bikes mit moderatem Hubraum und eher kleiner Statur existiert. Deshalb passte der Zeitpunkt für Honda, nun auch mit der Monkey als 125er wiedergeboren ins 21. Jahrhundert durchzustarten. Auch die neue Monkey 125 pflegt einen freundlichen Auftritt. Sympathische Ausstrahlung und moderate Statur laden junge wie ältere Bewunderer zum Aufsteigen ein. Leichte Bedienung, niedriges Gewicht und problemloses Handling sollen helfen, bei Novizen erst gar keine Schwellenangst aufkommen zu lassen.

Moderne Zeiten im Cockpit.

Wie in früheren Zeiten zieren den 5,6 Liter-Tank hübsche Flügel-Embleme. Hochgesetzte Schutzbleche, Auspuff-Hitzeschild und runde Spiegelgehäuse sind wie einst ansehnlich verchromt. Ein Rundgehäuse nimmt eine LCD-Cockpitanzeige auf, die beim Einschalten der Zündung verspielt aufblinkt. Drehzahlmesser, Tacho und Tankinhalt-Balkenanzeige werden angezeigt. Frontscheinwerfer, Rücklicht und die Blinker sind mit LED-Technik ausgestattet. Der Zündschlüssel ist mit einer »Answer-back«-Funktion ausgestattet, die die Beleuchtungseinheiten der Monkey auf Tastendruck aufleuchten lässt. Das Einkanal-ABS der Bremsanlage wird über die IMU-Elektronikbox der Maschine mitgesteuert, um ein unbeabsichtigtes Abheben des Hinterrads (wegen des kurzen Radstandes) bei extrem harten Bremsmanövern zu verhindern.

So wurde die Ur-Monkey in USA und auch Europa verkauft.

Wie alle früheren Monkeys verfügt auch die Neuauflage über einen luftgekühlten Viertakt-Antrieb, eine PGM-FI-Einspritzung übernimmt die Gemischaufbereitung. Die Nennleistung beträgt 9,3 PS (6,9 kW) bei 7.000 Touren, das maximale Drehmoment 11 Nm bei 5.250/min. Das fussgeschaltete Getriebe verfügt über vier Gänge, die Kupplung wird händisch betätigt.

Den Stahlrahmen komplettieren Upside-Down-Gabel, Ovalrohr-Hinterradschwinge und Stereo-Federbeine. Der Wendekreis misst 1,9 Meter. Mit vollem Tank wiegt die Monkey 125 107 kg. Die Monkey ist und bleibt ein Einsitzer, die Sitzhöhe fällt mit 775 mm angenehm moderat aus, am üppigen Polster wurde nicht gespart. Scheibenbremsen erledigen die Verzögerungsarbeit. Das Einkanal-ABS ist mit einer  Hinterrad-Abhebe-Erkennung ausgestattet, um Überraschungen auf Grund des eher kurzen Radstandes bei harten Bremsmanövern zu vermeiden. Fette 12 Zoll-Räder mit Blockprofil-Pneus auf filigranen Gussfelgen unterstützen den knuffigen Auftritt.

 

Die neue Monkey 125 wird voraussichtlich ab Juni 2018 in drei Farben erhältlich sein: Banana Yellow/Ross White, Pearl Nebula Red/Ross White und Pearl Shining Black/Ross White. Der Preis steht noch nicht offiziell fest, wird sich aber voraussichtlich auf dem Niveau der MSX125 bewegen.

Technische Daten

MOTOR
Typ Luftgekühlt, SOHC, Viertakt, 2 Ventile
Hubraum 125 cm3
Bohrung x Hub 52,4 x 57,9 mm
Verdichtung 9,3 :1
Max. Leistung 9,3 PS (6,9 kW) bei 7.000/min (95/1/EC)
Max. Drehmoment 11,8 Nm bei 5.000/min (95/1/EC)
Motorölmenge max 1,1 Liter / min 0,9 Liter
KRAFTSTOFFSYSTEM
Gemischaufbereitung PGM-FI Kraftstoffeinspritzung
Tankinhalt 5,6 Liter
Verbrauch 67 km pro Liter Kraftstoff (im WMTC-Messmodus)
ELEKTRIK
Starter E-Starter
Batterie 12 Volt, YTZ5S
ANTRIEB
Kupplung Mehrscheibenkupplung im Ölbad
Getriebe 4 Gänge
Endantrieb Kette
RAHMEN
Typ Stahlrohr-Backbone
CHASSIS
Abmessungen (L x B x H) 1.710 x 755 x 1.029 mm
Radstand 1.155 mm
Lenkkopfwinkel 25°
Nachlauf 82 mm
Sitzhöhe 776 mm
Bodenfreiheit 160 mm
Gewicht vollgetankt 107 kg
Wendekreis
RADAUFHÄNGUNG
vorne USD-Telegabel, 100 mm Federweg
hinten Zwei Stoßdämpfer, Ovalrohr-Stahlschwinge, 104 mm Federweg
RÄDER
Felgen v/h Gussaluminium mit 10 Speichen
Reifen vorne 120/80-12  65J
Reifen hinten 130/80-12  69J
BREMSEN
Bremse vorne Eine Scheibe, 220 mm Ø, Einkanal-ABS mit Hinterrad-Abhebe-Erkennung
Bremse hinten Scheibenbremse, 190 mm Ø
INSTRUMENTE/ELEKTRIK
Scheinwerfer LED
Rücklicht LED

 

Fotos: Honda

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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