Buch: Pepe S. Fuchs – Mumienjäger

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Manchmal, beim Vorbeischlendern an einer Buchhandlung, wenn die Türen einladend offenstehen, schlage ich einen Haken, trete ein und trüffele ein paar Regale entlang. Technik, Romane, Belletristik, Kochbücher, so ungefähr in der Reihenfolge treibt es mich dahin. Weil ich eine Schwäche entwickle für Räuberpistolen, lande ich auch schon mal in der Groschenroman-Ecke und ziehe dann mit einem Jerry Cotton-Heft glücklich von dannen.

Das Buch, um das es hier geht, stammt nicht aus der freundlichen Buchhandlung von nebenan, sondern es flog mir als Rezensionsexemplar quasi zu, nachdem der Autor Steffen Schulze aus Eisenach sich gemeldet hatte und erzählte, er sei Motorradfahrer und schreibe Bücher, leidenschaftlich gerne sogar, und fragte, ob ich nicht mal eines lesen wollte.

Klar wollte ich. Zum Glück.

Das Taschenbuch mit dem Titel »Pepe S. Fuchs – Mumienjäger« ist nämlich eine echte Räuberpistole, also wunderbar phantasievoll. Es geht um einen entführten Kampfjet, um chinesische Agenten, Daten- und Geheimnisklau, einen abgetakelten Journalisten sowie den Feldjäger Pepe S. Fuchs, der auf seiner Dienst-RT zwischen diversen Locations und Militärstützpunkten hin und her boxert, um allerlei Verwirrungen, die sich erst am Ende zu einem Ganzen zusammenfügen, hinterher zu jagen. Diverse Handlungsstränge, in denen ein mumifizierter, verschwundener Krankenhaus-Bettnachbar, eine Rockerbande, diverse Frauen, ein unterbelichteter Student, eine gespannfahrende Cousine und zwielichtige bis seltsame Gestalten hineinspielen, sorgen für unterhaltsames Lesevergnügen.

Das Buch ist ein Thriller, kein Motorradkrimi, allerdings werden wiederholt Details zu diesem Thema mitverarbeitet, weil neben der Figur Pepe die eine oder andere Person zweiradmotorisiert unterwegs ist, wobei man erleichtert feststellt, dass der Autor sich auskennt mit der Materie, anstatt irgendeinen Salmon aufzutischen. Überhaupt gewinnt man den Eindruck, dass der Autor in den Bereichen, über die er schreibt, zu Hause ist – speziell im Militärischen. Präzise Beschreibungen und Technikbegriffe überwiegen, grobmaschiges Sich-Drumherum-Mogeln bliebt weitgehend aus.

Ich habe das Buch vergleichsweise rasch verschlungen. Die Handlung ist spannend bis turbulent, die Sprache lesefreundlich und handwerklich exakt, der Lesespass stimmt. Ein zweites Buch-Werk von Steffen Schulze, Titel »Pepe S. Fuchs – Feldjäger«, das bereits ein Jahr vorher erscheinen ist, folgte schneller als ich schmökern konnte und liegt bereits zur Lektüre auf dem Nachttisch – ich freue mich schon drauf.

Steffen Schulze, »Pepe S. Schulz – Mumienjäger«, Principal-Verlag 2017, ISBN 978-3-89969-211-2, als Taschenbuch 12,80 Euro, als Kindle-Edition 8,99 Euro.

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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