Thomas Gradinger-Kolumne: Vor der WM 600

0

Ich und Jules Cluzel im Leder-Outfit für die neue Saison.

Servus miteinander,

Ich bin der Gradinger-Thomas aus Österreich, 21 Jahre alt, und wurde von gasgriffsalat.com gefragt, ab und zu ein paar Zeilen aufzuschreiben zu meinen Rennabenteuern, die mich heuer in die 600er Supersport-WM führen werden. Coole Idee, mache ich gerne.

Angefangen habe ich 2009 im ADAC Junior Cup, danach folgten Moto3-IDM, ein Umweg über die 600er CEV-Serie in Spanien und schließlich die IDM 600, in der ich letztes Jahr den Titel gewinnen konnte, mit 6 Siegen.

Ich fahre Motorradrennen, weil es mir taugt. Ist eine riesige Hetz: Die Dynamik, das Fahren am Limit, immer besser werden und sich weiter nach oben hanteln. Keine Ahnung, wie weit das führt. Aber wenn ich es nicht ausprobiere, werde ich es nie wissen.

Mit den Eltern und meinem Team nach dem IDM-Finale Hockenheim 2017. War eine tolle Saison, Danke allen.

Nach unserem Titelgewinn und dem IDM Saisonfinale in Hockenheim habe ich mich erst mal an der Schulter servizieren lassen (Schlüsselbeinplatte rausnehmen, abgerissenen Muskelstrang annähen und eine Gelenkssehne glätten). Ich musste dann 7 Wochen eine Schleife tragen und durfte meinen Arm nicht bewegen, das hat mich aber nicht aufgehalten, beim MotoGP und CEV Finale in Valencia mit meinem besten Freund Tobias Gattermaier, der auch zuletzt immer am Motorradl mitgeschraubt hat, Urlaub zu machen.

Bis Weihnachten konnte ich nur eingeschränkt mit einer Hand trainieren, danach endlich wieder richtig Ausdauertraining machen und sogar leicht wieder mit Gewichten arbeiten. Im Januar war ich zwei Wochen in Spanien, um für die Firma zu testen und an einem  Wochenende zwischendrin konnte ich das erste Mal wieder Motocross trainieren und sehen ob die Schulter hält.

Das war 2013 in der Moto 3 mit dem damals neuen 250er Viertakt-Production Racer.

Und das war 2016 ein Intermezzo bei den 1000 km Hockenheim mit der Super Duke R.

Mit Firma meine ich das KTM-Werk. Ich habe dort meine Kfz-Technik-Ausbildung absolviert und arbeite seitdem als Testfahrer in der Entwicklung. Als WM-Rennfahrer ist man natürlich viel unterwegs, aber ich werde weiter in Mattighofen tätig sein. Bei KTM muss man niemand erklären, wie es ist, wenn man Rennen fahren will; sie haben mir ein super Angebot gemacht, Arbeit und Racing miteinander zu verbinden, das habe ich natürlich dankbar angenommen.

Für 2018 ist alles unter Dach und Fach. Ich fahre heuer mit dem NRT Racing Team in der Supersport-WM, der Franzose Jules Cluzel ist mein Teamkollege. Er hat viel Erfahrung, war dreimal 600er Vizechampion und hat bereits 12 WM-Läufe über die Jahre hinweg gewonnen. Wir steuern beide eine Yamaha R6.

Von 1.-5. Februar war ich in Indien in Mumbai. Dort fand der Team Launch statt. Dabei lernte ich nicht nur Jules Cluzel kennen, sondern auch Teambesitzer Vafi Khan mit seiner Frau Yasmeen. Eingeladen war auch eine berühmte Bollywood-Schauspielerin, um mehr Medien-Aufmerksamkeit zu bekommen.

Mit Frau Bollywood, Yasmeen und Vafi Khan, Jules und Gary Reynders in Mumbai.

Vafi Khan, der selbst als aktiver Sportfahrer unterwegs ist, betreibt ein Motorrad-Business in Dubai. Für das nun neugegründete NRT Racing Team für die 600er Supersport-WM wurde Gary Reynders als Teammanager engagiert.

Am 5. Februar bin ich dann gleich weiter nach Barcelona, wieder für KTM testen. Inzwischen bin ich seit Freitag wieder zu Hause und kuriere eine kleine Erkältung aus, um topfit für Australien zu sein. Heute noch gehts los nach Melbourne, um 21.00 Uhr startet der Flieger von München aus. Ich bin aufgeregt und richtig motiviert, das erste Mal auf Phillip Island mit dem neuen Bike auszufahren und auch hoffentlich zu zeigen, das die IDM ein sehr gutes Level hat.

Punkteränge wären schon toll, drückt mir die Daumen!

Servus sagt Thomas

Fotos: NRT Racing Team, Buenos Dias

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

Leave A Reply