Großer Feldberg, Heiligabend-Treffen 2018

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Ordentlich Betrieb und Trubel am Feldberg, die Desert Sled wollte unbedingt hin.

Baum-Schlepper, quasi.

Es war kalt und neblig und der Wind pfiff, aber es war schön am Heiligabend-Vormittag auf dem großen Feldberg, dem höchsten Berg im Taunus. Auch wenn man weiss, dass dieses Treffen eine lange Tradition hat und weithin enorm beliebt ist, war der Trubel unglaublich. Motorräder, Trecker, Fahrräder, alles was sich irgendwie bewegt;  es ist super zu sehen, dass es nichts gibt, was die Leute zu Hause hält, gerade an einem solchen Tag.

 

Meine Anfahrt mit der Scrambler Desert Sled war nach einer Stunde erledigt und bei 7 Grad und trockenem Asphalt beinahe kuschelig. Das Beste waren die letzten Kilometer vom der Abzweigung hinter Königstein auf den Feldberg rauf. Motorräder aller Marken und Größen, Roller und Mopeds aus allen Richtungen. Überwältigend der Andrang, fast eine Mischung aus Elefantentreffen und Sachsenring-GP. Die letzten 200 Meter dauerten 15 Minuten, so war alles verstopft.

 

Oben auf dem Plateau schnitt eisig der Wind durch, es war deutlich kühler, nasser und nebliger, dazu der Rauch etlicher Feuerstellen, aber die Stimmung war großartig. Ich wurde auf das Kölner Kennzeichen der Duc angesprochen, hätte gerne eine Glühwein genossen, verzichtete aber lieber, die Schlangen an den Buden waren zu heftig, checkte die Bikes und diversen Vehikel und Weihnachtsmann-Kostüme. Es war nicht wirklich gemütlich, aber lebendig, kurios und toll. Warum man so etwas unternimmt, an so einem Tag zu so einem Anlass? Weil man es will, ganz einfach.

 

Als ich die Kamera vor der Rückfahrt im Rucksack verstaute, kam ein Pärchen an mit einer blauen Yamaha R1. Er stämmig, ein Kerl wie ein Baum, rangierte rückwärts in eine Parkreihe. Sie war schlank, hatte ein dünnes Dainese-Leder und Stiefel an, wie man sonst im Sommer unterwegs ist, sie fror und zitterte wie Espenlaub. Sie zog den Helm ab, schönes blondes Haar wallte hervor, er drückte sein Handy dem nächstbesten Vorbeigeher in die Hand und sie machten ein Erinnerungsfoto mit dem Bike, dabei strahlte sie umwerfend glücklich von innen heraus – wahrscheinlich weil es so schön ist, Leidenschaft zu teilen.

Auf der Anfahrt entdeckt – noch ein weihnachtlicher Hintergrund.

Fotos Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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