MotoGP-Finale Valencia Pictorial

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Ende Feuer. Das letzte MotoGP-Rennen 2017 ist Geschichte, ein Blick zurück in Bildern:

The winner takes it all, und obendrein eine Portion roten Confetti-Regen. Sechster WM-Titel und der vierte in der MotoGP-Klasse für Marc Marquez, der mit 24 Jahren alle Maßstäbe punkto Fahrkunst und Erfolg gewaltig verschoben hat.

Marc Marquez und Andrea Dovizioso drückten der Saison 2017 ihren Stempel auf, nachdem Rossi/Vinales immer mehr Mühe hatten, die Michelins mit dem Yamaha-Chassis zu verheiraten. Der Honda-Star fand nach harzigem Saisonauftakt in die Erfolgsspur zurück, feierte 6 Saisonsiege und sechs Podestplätze, überstand über 25 Stürze in den Trainings, blieb in den Rennen aber sitzen und liess sich auch von einem seltenen Motorschaden nicht aus dem Konzept bringen. Brutal schnell und risikobereit und am Ende mit 298 Punkte und 27 Punkten Vorsprung Weltmeister – was für ein Racer. Der Ducati-Pilot hätte in Valencia gewinnen und MM schlechter als Platz 11 in Ziel kommen müssen, eine sehr theoretische Restmöglichkeit-Konstellation, die nicht eintrat. Stattdessen schied Dovi durch Sturz aus, auf P4, genauso wie Teamkollege Lorenzo (auf P3). Trost: 6 Siege und zwei Podestplätze und der Vize-WM-Titel für den Italiener. Nicht der Riesen-Jackpot, aber nach großartig kampfstarker Saison wohl mehr, als mancher vorher für möglich hielt.

Da sind eine Menge Leute am (orangen) Werk: Jubel bei KTM nach der ersten MotoGP-Saison und eindrucksvoller Steigerung. Sieben Top-Ten Plätze und Fünfter der Herstellerwertung – vor Aprilia.

Der Sieg in Assen blieb der Höhepunkt, der Beinbruch beim Endurofahren ein Niederschlag. Zum Schluss verdrängte Pedrosa ihn noch auf P5 der WM-Tabelle. Dennoch: starke Saison für Valentino Rossi, der 2018 weiter fährt. Was danach passiert, entscheidet er im Laufe der nächsten Saison.

Jorge Martin auf der Gresini-Honda: Freudenwheelie nach dem ersten GP-Sieg und Moto3-WM-Endrang 4. Der Spanier zählt 2018 wohl zum engeren Kreis der Titelfavoriten.

Dani Pedrosa: Sieg und versöhnlicher Abschluss nach wechselhafter Saison mit der Repsol-Honda. Der Spanier schnappte Johann Zarco um 0,337 Sekunden den ersten GP-Sieg vor der Nase weg.

Rotes Fiasko: Beiden Ducatis klappte das Vorderrad ein beim Finale. Randnotiz: Lorenzo fuhr in Valencia mit Winglets, Dovi ohne.

Starkes Saisonende: Miguel Oliveira gewann mit der Moto2-KTM das dritte Rennen in Folge, vor Teamkollege Brad Binder.

Bestes Saisonergebnis: P4 für Suzukist Alex Rins, der nach einer Verletzung zu Saisonbeginn erst in der zweiten Jahreshälfte besser in Schwung kam.

Ausnahmsweise gestürzt: Pol Espargaro geigte wie immer stark auf beim Bemühen, der MotoGP-Szene einen orangen Anstrich zu verpassen.

Moto3-Getümmel: Enea Bastianini (33) sah die Zielflagge als Fünfter, Weltmeister Joan Mir als Zweiter.

Prost aus Plastikbechern: MM´s Team zelebriert die WM-Krone.

Der rote Sonderlook brachte Aprilia und Aleix Espargaro kein Glück: Out nach Sturz. WM-Rang 15.

Philipp Öttl kämpfte in der Verfolgergruppe um die letzten WM-Punkte und überquerte als 15. die Ziellinie. Somit schloss er die WM auf Endrang 10 ab. Öttl: »Mich ärgert, dass ich in den letzten drei Rennen nicht mehr die gewohnte Form zeigte. Damit habe ich die Chance auf den 6. Gesamtrang vergeben. Im Winter will ich mich weiter verbessern und die letzten Schwächen beseitigen.«

P5 im Rennen, P5 in der WM: Rossi fährt mit einem schönen Wheelie in die Wintertests.

Maverick Vinales: Stark begonnen, dann Probleme mit Chassis und Abstimmung und den Michelins. P12 in Valencia und Rang 3 in der WM.

Rookie Johann Zarco geigte einmal mehr mit der Monster Tech3-Yamaha magisch auf. Knapp auf P2 verwiesen und P6 in der WM. Es gibt wohl niemand, den der schnelle Franzose nicht verblüfft hat.

Helm auf an der Box im Qualifying: Cal Crutchlow landete auf P8 und schloss das Jahr mit der LCR-Honda als WM-Neunter ab.

Marcel Schrötter nach dem Moto2-Rennen: »Valencia ist von Haus aus eine anstrengende Strecke. Sogar in den Jahren, als ich fit war, bekam ich leichte Probleme mit den Oberarmen, weil wegen der Dauerbelastung ein Muskel verkrampft. Mit einer Verletzung wie meiner, die mir immer noch zu schaffen macht, wird die Sache doppelt anstrengend. Obwohl im letzten Renndrittel die Kräfte nachliessen, wollte ich das Rennen unbedingt zu Ende fahren. Vor allem in der Bergab-Passage zur letzten Kurve hatte ich massive Probleme. Ich konnte einfach die Schmerzen nicht mehr wegstecken, daher schlichen sich kleine Fahrfehler ein. Deshalb konnte ich meine Rundenzeiten nicht konstant halten. Ein 13. Platz ist zum Abschluss natürlich ein wenig enttäuschend.«

Tech3-Technikus Guy Coulon (Zarco´s Crewchief) ist seit gut 30 Jahren in der Rennerei dabei (und war etwa genauso lange nicht mehr beim Friseur…), trotzdem schmeckt ein guter Schluck nach einem guten Rennen natürlich immer noch.

Michael vd Mark sprang in Valencia als Ersatzpilot für Jonas Folger ein und sah die Zielflagge auf P17.

Andrea Iannone: P6 nach einer nicht gerade berauschenden Saison mit Suzuki, die auf Endrang 13 endete.

Franco Morbidelli brauste in Valencia nach frühzeitigem Titelgewinn nochmal auf P2. Nächstes Jahr steuert der Italiener eine MotoGP-Honda bei Marc VDS.

Italian style! Vielsagend aufmunternde Boxendeko bei Dovizioso.

Umkurvte gekonnt alle Hindernisse, überstand sogar einen Ausflug in Turn 1 neben die Piste: Der alte und neue MotoGP-Weltmeister Marc Marquez. Teufelskerl!

Fotos: Repsol-Media, Ducati Corse, Suzuki Racing, Honda, Yamaha, KTM, Monster Tech3, IntactGP, Team Öttl, Aprilia Racing

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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