Besuch in Bologna: Das Ducati-Museum

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Desmo-Schätze gibt´s im Ducati-Museum in Hülle in Fülle, der Eintritt zum Heiligtum im Werk in Bologna ist frei und ohne Anmeldung jederzeit möglich. Der Mix aus aktuellen und alten Serienbikes und Racing-Pretiosen wurde vor gut einem Jahr neu arrangiert und ist mehr als sehenswert. Der Salatprynz ist auf dem Rückweg vom Testevent der neuen Monster 821 in Rimini einmal mit gezückter Ritschratsch durchs Rondell und die Nebenräume gelaufen (das Museum im ersten Stockwerk ist kreisförmig angelegt) und breitet hier ein paar Impressionen aus. Luft anhalten, hier und da, ist erlaubt.

Das 750er Imola Desmo-Bike (rechts) war der erste L-Twin mit desmodromischem Ventiltrieb. Paul Smart und Bruno Spaggiari gewannen damit in Imola 1972 das 200 Meilen-Rennen auf P1 und P2, wohl einer der  bedeutsamsten Siege überhaupt für Ducati. Das Bike links ist ein 500er Renner, mit dem Ducati 1971 im GP-Sport antrat, Fahrer waren Spaggiari und Phil Read. Dieses Bike mit L-Twin war quasi der Vorläufer der späteren Serien-750 GT, aus der wiederum der Imola-Renner, dann mit Desmo, entwickelt werden sollte.

Absolute Meilensteine: Ducati 916 und die erste Monster (M900).

Mit Elektronik-Bauteilen wie Kondensatoren fingen die drei Ducati-Brüder 1926 an, danach folgten Radios, Rechenmaschinen und Projektoren.

Cucciolo, das Hündchen. So hiess Ducatis Fahrrad-Hilfsmotor, dessen Produktion nach dem zweiten Weltkrieg aufgenommen wurde. Damit begann das Mobilitäts-Angebot aus Bologna.

Auch so eine Legende: Ducatis einzylindrige 450 Scrambler aus den 60er Jahren, die zu großen Teilen in den USA versickerte und deren lebenslustiger Spirit der heutigen Scrambler-Baureihe weitergereicht wurde.

Ready for Herzkasper: Hailwoods legendäres TT-Comeback-Siegerbike von 1978, dahinter TT-F2, Marco Luchinellis USA-F1-Renner plus WM-Superbikes.

Rundmotor-Traum: 750er GT. Sensationell stimmiger Roadster. Aber Achtung: Schaltung rechts!

Capirossis rote Granate aus den MotoGP-Anfangsjahren (2003), Stoners WM-Siegerbike von 2007, dahinter geht es mit Bayliss- und Checa-Superbikes weiter.

Professor Desmo sagt: So sieht Bolognas Herzstück aus. L-Twin-Engineering-Artistry (hier mit DVT).

Helden und ihr Leder im Lauf der Zeit. Von rechts nach links: Casey Stoner, Troy Bayliss, Carl Fogarty, Franco Uncini, Giuliano Maoggi.

Ducati 60, das erste komplette Motorrad aus Bologna.

Weiche Knie: 1199 Panigale Superleggera.

Schnell mit Stromlinie: Ducati 100 Sport Rekordrenner.

Plexiglas-Werk: 1098 als Kunstwerk.

Ahh, genau: Vor den Radios, ab 1926, fertigte Ducati Kondensatoren und allerlei elektronische Bauteile.

Desmo-Seelenverwandte: Monster M900 und Ducatis erstes V4-MotoGP-Bike von 2003.

Hodgson, silberne Bayliss´Imola-Special, Corser, Fogarty, Supermono, Falappa. Und ein, nein zwei neugierige Besucher, die quasi an jedem Auspuff rumschnüffelten…

Das Ur-Monster, das ab 1993 ganz wesentlich zum Überleben der Firma beitrug.

Den ersten Superbike-WM-Titel holte 1990 Raymond Roche mit dieser 851. Dahinter eine Fast-by-Ferraci-Duc von Doug Polen.

Wohl nur ein Bruchteil aller Siegerpokale. Sicher kann jede Trophäe eine Geschichte erzählen.

Heart of Steel: Vergittert fing es Anfang der 80er Jahre in der TT-F2 an.

Mikrophone, Rasierer, made by Ducati in der Frühzeit.

Klassiker: Ducati 900 Superlight von 1992.

Nochmal die Imola-Legende von 1972 und Paul Smart (mit der 16).

In Reih´und Glied: Eine schöner als die andere – und immer schneller

Bildhübsche 750er Paso: Vollverschalt weit seiner Zeit voraus.

Aktuelle Modelle im Museums-Eingangsbereich: Multistrada, Supersport, Panigale, Diavel, Monster.

Hinter der Schranke beginnt der heilige Asphalt. Sagte Robert, der Reiseleiter. Hinten links im roten Bereich geht es rein ins Ducati-Werk und hoch zum Museum.

Einzylindrige Ducati 175 T von 1957. Leopoldo Tartarini (der spätere Italjet-Gründer) und Giorgio Monetti, beide aus der Ducati-Verkaufsabteilung, gingen damit auf Weltreise. Mit 14 PS ging es damals ein Jahr lang durch 5 Kontinente und 36 Länder über 60.000 km rund um den Globus, um die Zuverlässigkeit unter Beweis zu stellen, was natürlich eindrucksvoll gelang, wie uns die nette Chiara als Guide schilderte.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

2 Kommentare

  1. SEHR gut!
    Habe das Museum vor 3 Jahren ebenfalls besuchen dürfen. Für Fans der Marke und generell alle Motor-Verrückten ein sehr sehr genialer Ort.

    Noch uriger ist nur das Moto Guzzi-Museum, dort gibt’s sogar noch originale Ölflecken unter den Maschinen 😉

    Danke für die Impressionen!

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