Honda Super Cub: 100 Millionen Exemplare!

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Läuft und läuft: Honda Super Cup-Produktion heute im Werk Kumamoto im Japan.

Honda gab letzte Woche bekannt, dass die weltweite Produktion der Honda Super Cub kumulativ den Meilenstein von 100 Millionen Einheiten erreicht hat. Das Jubiläum wurde mit einem festlichen Anlass in Honda´s Motorradfabrik in Kumamoto gefeiert. Soichiro Honda, der geniale Techniker, hatte die Super Cub einst selbst entwickelt, nachdem sein nicht minder geniales Verkaufstalent Takeo Fujisawa ihn zu einem kleinen, praktischen und alltagstauglichen Motorrad gedrängt hatte. Honda selbst hätte damals lieber großvolumige Bikes (also mit 250/350 Kubik)  gebaut oder gleich Rennmaschinen, lenkte dann aber ein. Die Entwicklung dauerte ein Jahr und die Verkaufserfolge übertrafen sehr bald alle Erwartungen.

Soichiro Honda 1971 im Suzuka-Werk. Damals wurde die zehnmillionste Super Cub gefeiert.

Die Serienproduktion der ersten Honda Super Cub begann im August 1958 im Honda-Werk Yamato nördlich von Tokio. Der anhaltende Verkaufserfolg war auf eine Reihe von Merkmalen zurückzuführen. Die Langlebigkeit des 4,5 PS starken 50-cm³-Viertaktmotors (im Gegensatz zu den damaligen Zweitaktmotoren), eine praktische Fliehkraftkupplung, die die Bedienung vereinfachte und das einzigartige Design mit dem Durchstiegrahmen sowie großem Beinschild als Schutz vor Wind und Wetter.

Das erste Modell: Honda Super Cup CC 100 von 1958 – mit 50 Kubik und 4,5 PS.

Die kleine Maschine, über die noch heute so viele lächeln, setzte sich erst in Japan als Transportmittel überall durch, weil sie den Bedürfnissen der Zeit entsprach. Arbeiter und Hausfrauen wie Spazierfahrer lösten damit ihre Transportaufgaben in völliger Freiheit, ohne technische Probleme oder große Kosten.

In der Autobiographie »Honda über Honda« schrieb der Gründer der weltgrößten Motorradfirma später: »Die Super Cub wurde ein Bestseller. In Japan wird alles ins Haus geliefert, die Zeitung, die Milch, die Mahlzeiten, die Post. Fast alle Lieferanten fuhren damit und wurden unsere besten Werbeagenten. Wir konnten uns darauf verlassen, dass frühmorgens die Honda als erste vor jedem Haus erschien. Auch Japans 15.453 Mittel- und Oberschulen benutzten übrigens die 50er Super Cub zur praktischen Ergänzung des Unterrichts über Technik und Verkehrsbestimmungen. Spassvögel sagten schon, dass die Japaner vielleicht zwei Beine, aber bestimmt eine Honda hätten.«

Mit Korb und Kopftuch zum Einkaufen: Grafitti-Werbung aus den frühen Jahren.

Als Honda später in Amerika den Markt eroberte und mit dem berühmten Werbespruch »You meet the nicest people on a Honda« auf sich aufmerksam machte, ging es nur um die kleinen Super Cub-Motorräder von Honda. Die großen, schnellen und schweren Bikes folgten erst nach und nach und viel später.

Eine Honda Super Cub C50 von 1966.

Die erste Super Cub hatte 50 Kubik, hiess aber Super Cub CC 100. Weitere Versionen wie C 100, C 102, C 110 und C 240 sollten folgen. Wobei man durchaus von einem etwas undurchsichtigen Zahlensalat sprechen darf, heute zumindest. C 105 hieß später eine Super Cub mit 55 Kubik. Immerhin folgten in späteren Jahren die C 65, ein Modell mit 65 Kubik, C 70 mit 70 Kubik und C 90 mit 110 Kubik. Das grundlegende Konzept ist seit der Einführung der Super Cub der ersten Generation unverändert geblieben. So ikonisch ist das Design inzwischen, dass die Honda Super Cub 2014 als erstes Fahrzeug eine spezielle, eigene Markenregistrierung in Japan erhalten hat.

Honda Präsident Takahiro Hachigo bei der Feier im Kumamoto-Werk letzte Woche.

Honda produziert die Super Cub bis heute ununterbrochen mit verschieden großen Motoren und inzwischen an 16 Standorten in 15 Ländern auf der ganzen Welt. Die Super Cub wird von Kunden in mehr als 160 Ländern gekauft und ist das mit Abstand meistproduzierte motorgetriebene Fahrzeug der Welt – 100 Millionen Exemplare, eigentlich eine Zahl, die jedes Vorstellungsvermögen sprengt.

Bildersuchrätsel: Wer findet und zählt die Unterschiede der heutigen zur ersten Honda Super Cub?

Fotos: Honda

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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