Markus Reiterberger-Interview

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Qualm-Aufwirbler: Meister Reiterberger nach zwei weiteren Laufsiegen in der Superbike-IDM in Hockenheim.

 

Zum IDM-Finale in Hockenheim reiste Markus Reiterberger bereits als neuer Meister der Superbike 1000-Klasse an, bei den Rennläufen am Samstag und am Sonntag fügte der Bayer im Van Zon-Remeha-Team dann noch zwei weitere Laufsiege hinzu. Vorher beantwortete er diese Fragen:

Wie sieht die Zukunft für Dich aus, gerade weil in IDM im Moment große Unsicherheit herrscht?

Reiterberger: »Wie es derzeit mit der IDM ausschaut, ist schade. Für uns wird es anderweitig weiter gehen. Wie, darf ich noch nicht verraten, aber zusammen mit meinem Team, wir wollen auf alle Fälle weiter hinaus. Das wird bekannt gegeben, sobald alles geregelt ist.

Kein Schatten, nur Licht. Bis auf einen Lauf alle IDM-Rennen 2017 gewonnen.

Wenn es nicht die IDM ist, kommt soviel aber nicht mehr in Frage. Gehört die Superbike-WM mit dazu?

Reiterberger: »In naher Zukunft wollen wir das machen, ja. Aber wie das realisierbar ist, muss abgeklärt werden. Das müssen die Herren bei BMW mit Teamchef Werner Damen erst unterschriftsreif machen. Es läuft und sollte eigentlich für Hockenheim schon fertig sein, aber es hat noch nicht ganz gereicht.«

IDM-Vize Florian Alt, Reiti mit dem großen Pott, Jan Bühn Meisterschafts-Dritter.

Kurzer Rückblick auf Deine Saison?

Reiterberger: »Für mich hat es schwierig begonnen. Mit Althea die ersten drei Rennen in der Superbike-WM waren eine Katastrophe. Ich habe mich nimmer wohlgefühlt und war kurz davor, das Ganze einfach sein zu lassen. Dann kam die Chance, hierhin zurück zu kommen, das habe ich gemacht, habe mich freigefahren und wieder Spass am Fahren gelernt, bin motiviert und so gut wie zuvor, vielleicht sogar besser. Letztes Jahr bin ich 11 Mal gestürzt, heuer nicht einmal. Ich konnte alle IDM-Rennen gewinnen, bis auf eins, wir haben eine Wildcard eingeschoben, ich bin Langstrecken-WM gefahren, Sandbahn dazu und den MotoGP-Test – das Jahr hat sich doch noch sehr gewendet. Ja, ich denke, es war eine geile Saison.«

Zweiter mit dem Penz13-Team beim Bol d´Ort. Gerne wieder Endurance.

Der zweite Platz beim Bol d´Or war Extra-Zucker oben drüber?

Reiterberger:  »Ja, besonders für die Penz-Truppe, mit denen ich sehr verbunden bin. Das ist meine zweite Racing-Familie, sage ich mal. Ich bin seit 2015 vereinzelt schon für Rico gefahren, wir waren stets vorne dabei, aber immer an irgendwas Kleinem gestrauchelt. Jetzt hat endlich alles gepasst, wir konnten zeigen, was drinsteckt. Ich hoffe, dass sich auch künftig Gelegenheiten ergeben, wenn es passt, bei diesem Team in der Endurance-WM zu fahren.«

MotoGP-Test mit KTM: Alle supernett, ziemlich locker, dennoch professionell.

? Und der Einsatz bei KTM als MotoGP-Testfahrer?

Reiterberger: »Unglaublich. So eine Chance zu bekommen, ein MotoGP-Bike zu testen, als nationaler Fahrer, ist etwas Besonderes. Es hat sich lang hingezogen, bis alles fix war. Zu der Zeit bei Althea war das unmöglich. Danach mit Werner und BMW schon. Wir sind nach Aragon geflogen und ich habe das MotoGP-KTM getestet, 6 Sessions, jeweils 6 Runden. Es hat Spass gemacht, war ein denkwürdiger Tag. Die Unterschiede zum einem WM-Superbike sind schon groß, aber nicht so enorm, wie man sich vorstellt vielleicht. Mehr Leistung, die Bremsen sind anders, ein Prototyp eben, mit unendlich vielen Einstellmöglichkeiten, der eine andere Fahrweise verlangt, durch die Reifen hauptsächlich.«

Teamchef Werner Daemen, Crew-Chief Dirk Linnebacher: »Es geht 2018 weiter mit meinem Team.«

»Ich war am Anfang ziemlich nervös. Aber Waldi war dabei und hat mir gesagt, das ist auch nur ein Motorrad, aber natürlich hat man Respekt und will nix kaputt machen. Ich bin ein bisserl auf Sicherheit gefahren und habe versucht, mich heranzutasten. Im KTM-Team sind alle supernett, ziemlich locker, dennoch professionell. Da sitzt jeder Handgriff. Mit den meisten habe ich deutsch oder bayrisch sogar reden können, die anderen sprechen superbes Englisch. Sie haben sich alles angehört, was ich gesagt habe. Andersherum habe ich versucht, möglichst viel mitzunehmen. Ich hoffe, dass ich einen kleinen Beitrag habe leisten können. Ob ein weiterer MotoGP-Test möglich sein wird? Das bleibt abzuwarten; ich hoffe es natürlich, ja.«

Zwei Hebel am linken Stummel? Was hat Reitis Mechanikus Wolfgang Kampe (rechts) da erfunden? Und warum wurde das gleich wieder untersagt. Dazu in Kürze mehr hier im Gasgriffsalat.

Fotos: Buenos Dias, KTM/Sebas Romero, BMW

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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