Ducatis neuer V4-Motor mit 210 PS

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    Tuch runter: Ducatis neuer V4-Motor »Desmosedici Stradale«

Ducati hat den V4-Motor vorgestellt, der künftige Topmodelle der Superbike-Familie befeuern wird. 
Mit dem »Desmosedici Stradale« genannten Antrieb rüstet Bologna erstmals ein Serienmotorrad mit einem Vierzylindermotor aus (die Desmosedici RR von 2007 war eine limitierte MotoGP-Replica-Kleinserie und die Apollo V4 von 1963 ein Prototyp). 
Die Enthüllung fand in Misano im Rahmen des San Marino-GP statt. Am 5. November 2017 soll dann das komplette Motorrad, die neue Panigale V4, erstmals der Öffentlichkeit gezeigt werden.

Links MotoGP, rechts Serie.

Der neue Antrieb mit 90 Grad Zylinderwinkel weist mit 1103 Kubik einen größeren Hubraum als das MotoGP-Pendant auf. In der Spitze leistet der Euro 4-Antrieb 210 PS bei 13.000/min, während im wichtigen Drehzahlbereich zwischen 8.750 und 12.250/min stets mehr als 120 Nm Drehmoment auf die Kurbelwelle gestemmt werden. Die Entwicklung einer R-Version mit weniger als 1000 ccm Hubraum als Homologationsmodell für den Rennsport ist bereits fortgeschritten. Diese Version wird höher drehen und stärker auf Rennstreckenperformance ausgerichtet sein.

 

Wie beim MotoGP-Bike rotiert die Kurbelwelle des Desmosedici Stradale gegenläufig zur Drehrichtung der Räder. Dies reduziert die stabilisierenden Kreiselkräfte und macht das Motorrad agiler bei schnellen Richtungswechseln. 
Der Hubzapfenversatz der Kurbelwelle beträgt 70 Grad wie bei der Desmosedici GP und erzeugt wie dort eine Twin Pulse-Zündfolge mit gut kontrollierbarer Leistungsentfaltung und optimierter Traktion beim Gasaufziehen am Kurvenausgang (Big Bang-Effekt).

Kurze Kurbelwelle, zwei Hubzapfen, zierliche Kurbelwangen.

Hebel für die Desmodromik, so raffiniert, leicht und kompakt wie noch nie.

Wie in der MotoGP weist die Zylinderbohrung einen Durchmesser von 81 mm auf. Das bedeutet, dass in beiden Aggregaten vergleichbar günstige Strömungsverhältnisse herrschen, etwa bei den Ventilen, im Einlasstrakt und den Drosselklappenkörpern, also genau dort, wo die Motorleistung erzeugt wird.

 

Der Ventiltrieb ist natürlich demodromisch (zwangsgesteuert) konstruiert. Im hochdrehenden V4-Motor arbeitet laut Ducati ein neues Desmo-System, so raffiniert, leicht und kompakt wie noch nie. Variable Ansaugtrichter bedeuten eine weitere Premiere. Diese sorgen für bessere Leistungsentfaltung und leichtere Leistungsdosierung. Für das richtige Gemisch sorgen ovale Drosselklappenkörper mit je zwei Einspritzdüsen, die sich jeweils vor und hinter der Drosselklappe befinden.

Ovale Drosselklappen mit je zwei Einspritzdüsen, variable Ansaugtrichter.

    Technische Daten

  • 1103 ccm 90 Grad V4
  • Bohrung x Hub 81 x 53,5 mm
  • Verdichtung 14:1
  • Maximalleistung 210 PS (155 kW) bei 13.000/min
  • Maximales Drehmoment über 120 Nm zwischen 8.750 und 12.250/min
  • Euro 4
  • Zwei obenliegende Nockenwellen mit Ketten-Zahnrad-Hybridantrieb und desmodromischer Ventilsteuerung, vier Ventile je Zylinder
  • Gegenläufige Kurbelwelle mit 70 Grad Hubzapfenversatz
  • Mehrscheiben-Ölbadkupplung mit Servo-Funktion
  • Semi-Trockensumpfschmierung mit vier Ölpumpen: eine Druckpumpe und drei Rückförderpumpen
  • Gemischaufbereitung über vier ovale Drosselklappenkörper (entsprechen Ø 52 mm) und variable 
Ansaugtrichter
  • Sechsganggetriebe mit Quickshifter – DQS up/down System
  • Inspektionsintervalle mit „Desmo-Service“ alle 24.000 km

90 Grad V4, schöne Architektur.

Fotos: Ducati

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

2 Kommentare

  1. Wir kommen denn alle immer darauf, das Motorrad würde Panigale heißen?
    Bei einer „Last Edition“ – und aus mehreren anderen Gründen, wird Ducati das Ding anders benennen..

    • Hi Papavonvier, wenn Ducati mitteilt, das kommende Motorrad wird »Panigale V4« heissen, wird es wohl genau so passieren.

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