Raketen-Nachwuchs: Jetzt kommt Max

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Vater und Sohn Schmidt, Junior-Cup-KTM. Möglichst sitzen bleiben, um höher hinaus zu kommen.

Max, 14 Jahre alt, aus Wuppertal, ist der Sohn von Olli »Rakete« Schmidt, der über Jahre immer wieder hier und da in der nationalen Szene umrührte, zuerst mit 125er Zweitaktern, zuletzt in der Superduke Battle (mit der 1190er) und in Oschersleben in der Endurance-WM. Immer schnell, sattelfest, stilistisch sauber, besonnen, allseits geschätzt. Eins etlicher Highlights: Podestplatz bei den 8H in der Open-Klasse auf der Schittko-KTM RC8 R.

Jetzt also folgt der Sohnemann. Der knatterte als Knirps mit einer PW50 durch den Garten und hantelte sich auf KTM-Kindercrossern weiter. Danach ging es zwei Saisons zu den ADAC-Minibikes, auf 50er (Endrang 11) und 100er Hondas (Endrang 5). Der Senior passte auf, dass es mehr ums Fehlervermeiden und Fahrpraxis sammeln als um Erfolge ging, trotzdem blitzte hier und das Talent durch. Bei einem Regenrennen in Sachsen stürzte Max in der zweiten Kurve, fuhr weiter, überholte einen Konkurrenten nach dem anderen und kletterte am Ende als Sieger aufs Podest.

Gas geben, nieder knien: Max Schmidt (4).

Inzwischen heizt Max begeistert im Junior Cup powered by KTM mit. Das ist die einzige Schule der Welt, in der man tunlichst sitzen bleiben sollte, um höher hinaus zu kommen. Max beherzigt das so gut es halt geht und kommt im Rookie-Jahr mit der RC390 bereits prima zurecht. Fünfter im ersten Rennen (Assen), Dritter und Zweiter bei den nächsten Events in Oschersleben. Am Sachsenring, im Rahmen des Deutschen Grand Prix, ging am Start der Motor aus. Was dann folgte, war so eine Art Husarenstück, mit dem niemand rechnen konnte.

 

Die Piste war nach einem Regenschauer nass. Als die orange Kiste wieder lief, bog Max als Letzter in Turn 1 ein, überholte gleich 20 Fahrer und passierte Start-Ziel nach der ersten Runde als Dreizehnter. Am Ende der vierten Runde war er Zweiter und matchte anschließend mit Vasililis Koronakis, einem Wildcard-Fahrer aus Griechenland, um die Spitze, obwohl der ihm gar keine Punkte wegnehmen konnte. In der letzten Runde setzte sich Max mit einem Überholmanöver im Omega durch, gewann das Rennen und übernahm gleichzeitig die Führung in der Punktetabelle.

 

Natürlich war die Freude über den Sieg riesig. Wie es jetzt weiter geht? Ganz normal. Im Fahrerlager entspannt-freundschaftlicher Umgang mit den anderen Junior-Cuppern, auf der Piste fahren was das Zeug hält. Und Papas Nervenkostüm strapazieren, weil Zuschauen als Betreuer von außen selbstredend viel aufreibender ist, als selbst am Quirl zu drehen. Nächstes Wochenende geht der Junior-Cup beim Brünn-GP in die nächste Runde. Nicht unmöglich, dass das Talent aus Wuppertal, dessen Lederkombi inzwischen übrigens der Schriftzug »Mad Max« ziert, weiter auf sich aufmerksam macht. Spitznamen lügen schließlich nicht, sondern bergen immer auch ein Körnchen Realität.

Auch wenn das hier nicht so aussieht: Zuschauen als Betreuer von außen zerrt mehr an den Nerven, als selbst am Quirl zu drehen.

Fotos: Buenos Dias, ADAC Motorsport

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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