IDM 2017: Mayer Suzuki GSX-R 1000

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Luca Grünwald und seine blaue Gixxer-Rakete für die IDM-Saison 2017.

Ein feines Teil. Dieser Eindruck drängt sich auf, steht man vor der neuen GSX-R 1000, die das Mayer-Team aus Passau in der Superbike-IDM einsetzt, mit Luca Grünwald im Sattel. Was im Vergleich zum Bike überarbeitet ist, wie es aus der Kiste kommt, erklärt Teamchef und Technikus Thomas Mayer. »Die Federelemente hat GS Supension optimiert. Vorne mit einer Closed Cartridge von WP, hinten normal überarbeitet. Der Motor ist bisher ungeöffnet, weil die Ersatzteilverfügbarkeit mit Teilen wie Dichtungen erst anläuft. Die Serienleistung beträgt 202 PS. Mit Rennauspuff und ein paar Kleinigkeiten schätze ich die Mehrleistung auf 10 bis 12 PS. Montiert sind dazu ein Schaltautomat mit Blipperfunktion und andere Fußrasten.«

Wer den grünen Helm ausgesucht hat? Gute Frage, die versäumt wurde zu stellen.

Mayer weiter: »Die GfK-Verkleidung stammt von Yoshimura; Carbon ist mit dem Stock-Reglement in der IDM nicht mehr statthaft. Warum wir nicht die Doppel R einsetzen? Weil die normale R vier Wochen früher lieferbar war. Momentan sind der größte Unterschied zur GSX-R 1000 RR der serienmäßige Schaltautomat, die Launch-Control und die Gabelinnereien. Die Schaltung haben wir nachgerüstet, die Gabel wird eh überarbeitet und Luca ist letztes Jahr  mit der Yamaha R1 auch immer ohne Launch Control gestartet. Wir haben schon etliche Test-Starts probiert und das klappt ganz gut.«

Die Umbau-Liste komplettieren: anderer Tankdeckel, andere Lenkerstummel und Racing-Schalteinheiten, Kurzhubgasgriff, leichter Kettensatz und Aluminium-Motordeckelschützer. Eine Eigenbau-Idee sind die optimierten Kühlerschläuche mit biegsamen Edelstahl-Zwischenstücken, die mit vergrößerter Oberfläche Wärme abstrahlen und so zusätzlich kühlen. Der Kabelbaum ist Standard, das Steuergegät geflasht, das Data Recording stammt von AIM. Das Gewicht im Renntrimm ohne Benzin beträgt 172 Kilo.

Nicht so kuschelig: Erstes IDM-Rennen gleich im Regen. P17.

Am Nürburgring beim IDM-Auftakt brauste Luca auf Platz 17 (im Regen) und P9 im Trockenen. Ziel ist, erstmal Erfahrung mit der Einliter-Suzi zu sammeln, dann technisch zu verfeinern und weiter zuzulegen. Mayer: »Eine Kitelektronik wäre vorteilhaft, um Traktionkontrolle und Wheeliecontrol gezielter einstellen zu können. Wann die kommt, ist aber unklar, möglicherweise erst nächstes Jahr.« Deshalb wurde zuletzt in Brünn getestet, um mehr Erfahrung mit der vorhandenen Elektronik zu sammeln.

Darauf lässt sich aufbauen: Zweites IDM-Rennen im Trockenen: P9.

Was sagt Luca Grünwald über den neuen Gixxer? »Sehr handlich, trotzdem stabil, das funktioniert in allen Bereichen gut. Nichts sticht heraus, alles ist funktionell, ohne Spielereien. Das Potential ist da. Wir schauen halt, dass wir es mit der Elektronik und ähnlichem, was für das IDM-Reglement passt, noch besser auf die Rennstrecke optimieren können und noch schneller werden. Aber für ein normales Bike, dass auch für jeden Hobbyfahrer erschwinglich bleibt, ist es schon richtig gut.«

Pepijn Bijsterbosch, Luca Grünwald.

Und im Vergleich zur Vorjahres-R1? »Ich würde sagen, die Suzuki ist eine Nummer stabiler, nicht unbedingt handlicher; auf jeden Fall fährt es sich ähnlich einfach. Das Drehzahlband ist fast noch breiter; von unten bis oben geht es gut dahin und fühlt sich nach viel Kraft an. Der Motor dreht bis Dreizehn-Fünf, Dreizehn-Sieben. Spass bereitet das Fahren damit auf jeden Fall.« Der zweite Renneinsatz findet bei der IDM in Zolder statt, am 8./9. Juli.

Suzuki-Weitwurf geht mit dem neuen Gixxer auch. Das ist gemein? Nein, that´s Racing.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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