MotoGP: Barcelona-Bilderbogen

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Eng gruppiert: Pedrosa vor Dovi, Marquez, Folger. Wenige Runden später setzte sich die Ducati nach vorne ab.

Zweiter Sieg in Folge für Ducati. Andrea Dovizioso siegte wie in Mugello auch in Barcelona, diesmal vor Marquez und Pedrosa. »Das war ein seltsames Rennen«, umschrieb der Italiener, der bei Gluthitze vor 100.000 Zuschauern 10 Runden vor Schluss die Führung ergriff und sich etwas über 3 Sekunden von dem Honda-Duo abseilen konnte, nachdem er aus der dritten Reihe gestartet war. Die Michelin-Einheitsreifen, das Einteilen und die Schonung derselben – damit hatte jeder zu kämpfen. In Mugello brauste Dovi zum Sieg, nachdem er körperlich eher schwach an den Start gegangen war, sich seine Kräfte geschickt einteilte und vor allem auf Konstanz bedacht war. Eine mit einer  Prise Zurückhaltung durchsetzte Taktik führte auch in Barcelona zum Erfolg: »Ich habe nicht eine Runde wirklich hart attackiert«, fügte Dovizioso hinzu. »Sondern hinter Pedrosa verstanden, wie ich schnell sein kann, ohne hart zu pushen.«

Dovizioso und der rote Enthusiasmus.

Marc Marquez schnappte sich noch Pedrosa und war über P2 sehr glücklich, nachdem er am Samstag viermal und und am Sonntagmorgen ein weiteres Mal gestürzt war, dazu überstand er mit reichlich Dusel einen dubiosen Rempler von Danilo Petrucci, den es beim Start aus von rechts nach links über die Piste zog. Später, im Kampf mit Folger und Lorenzo, rutschte Polizist Petrux zwei Runden vor Schluss mit überbremstem Vorderrad von der Piste – was für ein Tiefschlag nach dem Podestplatz-Highlight in Mugello.

MotoGP-Start bei Sonnenschein und vor 100.000 Zuschauern in Barcelona.

Jorge Lorenzo, der die ersten Runden die Führungsarbeit leistete, büsste hernach ein paar Plätze ein, fiel bis auf P8 zurück, um zum Schluss wieder zuzulegen und noch als Vierter abgewunken zu werden. Jonas Folger geigte stark auf, hielt die Spitzengruppe annähernd die ganze Distanz über im Auge, raufte mit großen Namen, griff beim Mapping-Umschalten mit nachlassenden Reifen dann kurzfristig daneben, verlor zum Schluss noch zwei Positionen und sah die Zielflagge als Sechster, knapp hinter seinem Teamgefährten Johann Zarco. Die blauen Factory-Yamahas kämpften wie bereits im Training auch im Rennen mit der Abstimmung und den Reifen, dabei waren sie im Vorjahr noch so gut auf katalanischem Grund und Boden zurecht gekommen: Rossi landete auf P8, Vinales nur auf P10.

Bei Tech3: Folgers schöner Fuhrpark.

Marquez meinte: »Diese Saison verläuft wie eine Achterbahnfahrt, was weiss man nie, was man erwarten kann.« Lorenzo sagte: »MotoGP ist crazy dieses Jahr, alles mögliche kann passieren.« In der WM rückt erneut alles noch enger zusammen: Vinales (111 Punkte) führt vor Dovizioso (104), Marquez (88) Pedrosa (84) und Rossi (83). Nächstes MotoGP-Showdown: Assen in zwei Wochen.

Fotos: Ducati Corse, Repsol-Media/Olivares & Kirn, Honda, Suzuki-Racing, Monster-Tech3, KTM/Gold & Goose, Aprilia, Michelin.

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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