IDM 2017: Markus Reiterberger-Interview

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Markus Reiterberger 2017: «Bin froh, wieder zurück in der IDM zu sein.«

Beim IDM-Auftakt am Nürburgring brauste Heimkehrer Markus Reiterberger im verregneten ersten Lauf auf den zweiten Platz, hinter Danny de Boer, der ihn in der zweitletzten Kurve ausbremste. Im zweiten Lauf siegte der Bayer mit 25 Sekunden Vorsprung vor Jan Bühn und Dominik Vincon, nachdem Holländer de Boer gleich zu Beginn gestürzt war. Vorher führte der Salatprynz folgendes Gespräch mit Markus:

 

Wie geht´s Dir?

Reiti: »Wieder besser jetzt, endlich. Nach dem Ganzen vom letzten Jahr bin ich froh, wieder zurück in der IDM zu sein. Hauptsächlich wegen des Teams, weil es macht wieder Spass. Und schnell sind wir auch wieder.«

»Bin überrascht, dass man mit dem Stockbike so schnell fahren kann.«

Wie schwierig ist für Dich die Umstellung auf den jetzigen Technikstand?

Reiti: »Einfacher als erwartet. Ich bin am Freitag eigentlich das erste Mal draufgesessen auf dem 2017er IDM-Bike. Das Stocksport-Reglement ist doch ziemlich weit weg von dem 2015er. Und zur WM ist es nochmal ein Riesenunterschied. Aber für mich ist alles mehr positiv als negativ.«

»Habe wieder ein Gefühl fürs Vorderrad, kann super einlenken und am Limit fahren, ohne zu stürzen.«

Kannst das etwas ausmalen?

Reiti: »Ich habe jetzt wieder ein Gefühl fürs Vorderrad, kann super einlenken, kann am Limit fahren, ohne zu stürzen – ja, es ist einfacher zu fahren und macht Freude. Auch im Team passt alles wunderbar. Negativ ist, dass wir in der WM viel mehr Leistung hatten, mehr Elektronikmöglichkeiten; aber trotzdem ist das ganz okay.«

Danny de Boer (44) schnappte den Sieg zwei Kurven vor dem Ziel auf der Bremse. Reiti bei der Siegerehrung: »Bin halt nicht der Regenspezialist.«

? Die Leute, die sich jetzt um dich kümmern sind…?

Reiti: »Als Mechaniker wie früher Wolfgang Kampe und mein Papa Tom. Fahrwerksmann ist Hirsi, der richtig Mathias Greiff heisst; das ist mein Fahrwerks-Gott, weil der hat es drauf. Crew-Chief Dirk Linnebacher ist wie in den Meisterjahren für´s Data Recording zuständig. Reifenmann ist Peter; Teamchef Werner Daemen.«

Reiti, mit Crew-Chief Dirk Linnebacher: »Wollen zeigen, dass das Team auf WM-Niveau operieren kann.«

? Wie wahrscheinlich ist der angedachte WM-Einsatz am Lausitzring?

Reiti: »Wenn nix dazwischen kommt, ist der Einsatz am Lausitzring safe. Das ist geregelt. Es gibt Hoffnung auf einen zweiten WM-Einsatz, aber da müssen wir schauen, wie wir das finanziell auf die Reihe bekommen. Eigentlich reicht uns ein gutes WM-Rennen, das ist das Ziel.«

Goldene Hände: Mechanikus Wolfgang Kampe (an der Bremse), Papa Tom versteckt sich hinterm Bürzel.

Welche Chancen eröffnen sich dann?

Reiti: »Einmal will ich beweisen, dass ich es kann. Auch das Team will zeigen, dass es auf WM-Niveau klappt. An einem Strang zu ziehen, damit wir zukünftig hoffentlich auch gemeinsam in die WM können. Das ist das Ziel und mein Wunsch. Ich will nicht wieder in ein fremdes Team wechseln und nochmal so daneben greifen wie letztes Jahr. Deswegen bleibe ich jetzt lieber, wo ich bin. Wie es dann weiter geht? Schaun wir mal.«

Du fährst 2017 die ganze IDM?

Reiti: »Ja.«

Im Kreis der IDM-Streiter: Alles rückt enger zusammen.

? Das Stocksport Reglement ist für alle gleich. Deine Meinung dazu?

Reiti: »Die Superbikes waren ein geile Klasse, mit dem gewissen Extra-Kick, sage ich jetzt einmal. Aber jetzt finde ich es auch super, weil alle die gleichen Möglichkeiten haben und damit enger zusammen rücken. Ich bin etwas überrascht, dass man mit dem Stockbike so schnell fahren kann. 2015 war meine Pole-Zeit 1.24,6 min. Jetzt bin ich 1.24,7 min gefahren, auf Qualifyern. Rennpace war 2015 1.24,7 bis 1.25-niedrig. Jetzt sind wir bei 1.25-Mitte bis 1.26. In der Rennpace also liegt der Unterschied bei einer halben Sekunde bis 8 Zehntel pro Runde.«

»Will nicht in ein fremdes Team wechseln und nochmal so daneben greifen wie letztes Jahr.«

? 2016 mit der WM warst erstmals als Vollzeit-Profi unterwegs. Gilt das 2017 in der IDM auch noch?

Reiti: »Ja, weil meine Sponsoren mir das weiterhin ermöglichen, zum Glück.«

Der Strohhut ist zurück.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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