Softchopper Suzuki GS 750 L

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Kerstin Harnischer und ihr 1981er Suzuki GS 750 L-Softchopper.

Roland Müller und Kerstin Harnischer aus Florstadt haben über die Jahre eine stattliche Motorradsammlung in ihrer »Chopperscheune« angehäuft. Roland war nach diversen Bikes und einer längeren Pause auf einer Kawasaki Z 550 LTD Softchopper gelandet, weil er ein Motorrad wollte, das von der Anlage her eher zu gemütlicherem Fahren verleitet einlädt. Kerstin steuerte ebenfalls einen Softchopper, eine 450er Honda, wollte aber etwas Stärkeres und kaufte sich schließlich eine Suzuki GS 750 L mit 80 PS, zu der später noch eine GS 550 L hinzugefügt wurde.

Gemeinsam geht alles leichter: Kerstin und Roland hegen und pflegen enthusiastisch jedes ihrer Zweiradschätze.

Die Leidenschaft, eine Motorradsammlung aufzubauen, entsprang nicht unbedingt zielgerichtetem Handeln, sondern ergab sich mehr im Laufe der Jahre. Zunächst kam Ende der 90er Jahre ein Nicht-Chopper hinzu. Roland Müller: »Ein Bekannter hatte eine SR 500, die er uns verkaufen wollte. Wir sagten, die passt eigentlich nicht zu uns, Also sagte er: Okay ihr ladet mich zum Essen beim Chinesen, ein, dann schenke ich Euch die SR. Das Essen hat 40 Mark gekostet.«

Der Zustand des Bikes war allerdings schlecht, nachdem es etliche Jahre draussen gestanden hatte. »Also wurde die Yamaha das erste Motorrad, das wir in Garage und Wohnzimmer restauriert haben. Dabei haben wir unheimlich viel gelernt.« Als Kerstin, eine gelernte Optikerin, anfing, Maschinenbau zu studieren, wurde die Selbstschrauberei intensiviert, schon allein aus Kostengründen, um teuren Werkstatt-Dienstleistungen, die bei angejahrten Bikes rasch ausufern und eigentlich nie ein Ende nehmen, aus dem Weg zu gehen. Seither wird soviel wie möglich eigenhändig repariert, serviziert und instandgesetzt.

Die Chopperscheunen-Sammlung ist inzwischen auf über 40 Bikes angewachsen. Die Suzuki GS 750 L jedoch zählt zusammen mit einer Honda CM 450 E und einer XS 650 Special zu Kerstins Lieblingsmotorräden. Was gefällt Kerstin so besonders gut an der GS 750 L ? Antwort: »Dass sie bullig viel Kraft hat; dass sie schön am Gas hängt. Dazu das schöne Design, bei dem alle Linien eineinander überfliessen, und der runde verchromte Scheinwerfer natürlich.« Angeschafft wurde die Susi 1996, gebraucht mit 6.500 km auf dem Tacho , der inzwischen stattliche 47.000 km anzeigt. Das Bike ist bis auf Scheibe und höherem Lenker serienmäßig, weil damit das Handling etwas leichter fällt, denn das Gewicht ist mit fast 270 kg nicht ohne.

Selbstschrauben macht Spaß und spart etliche Euros.

Die GS 750 L ist Baujahr 1981 und für ihr Alter wirklich zuverlässig. Nur direkt nach dem Erwerb sprang sie nach einer Woche Standzeit bereits nicht mehr an. Grund: Der Benzinhahn war kaputt, die Ventilschaftdichtungen ausgehärtet und in einem Vergaser die Schwimmeraufnahme abgebrochen. Seit einer eigenhändig durchgeführten Rundum-Instandsetzung lässt das Bike selbst nach 10 Wochen Pause problemlos anstarten. Mit der GS, die eigentlich über ein GSX-Vierventil-Inline-Four-Triebwerk verfügt, wurden über die Jahre zahlreiche Touren unternommen, unter anderem nach Dänemark und in die Toskana, mit Zelt und Kocher, und allem dazu gehört, wenn Roland und Kerstin auf Camping-Tour unterwegs sind.

Motorräder können über Jahrzehnte hinweg Freude spenden. Diese GS 750 L ist dafür der beste Beweis.

Drei Suzukis aus der Chopperscheunen-Sammlung: RE5 Wankel, GS 400 Automatic und GS 750 L.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

1 Kommentar

  1. Roland Müller on

    ein bischen viel von der SR, aber ansonsten gut geschrieben.

    Danke und Grüße
    Roland

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