Odenwaldring Classic, Neuer Versuch

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Wer erinnert sich nicht an die letztjährige Veranstaltung auf dem Flugplatz in Walldürn? Alles begann so schön, das freie Training am Freitag, das Zeit-Training am Samstag. Kurz vor Trainingsschluss dann das Wetterdrama mit Gewitter und anschließendem Starkregen. Solch einen Niederschlag in kürzester Zeit hatten selbst Einheimische noch nicht erlebt. Binnen einer Stunde verwandelte sich die Landebahn, die ein leichtes Gefälle aufweist, zu einem Flusslauf. Die Erde spülte es von den Feldern auf die Piste, die Strohballen schwammen Richtung Fahrerlager. Die Unterkunft der rund 200 Fahrer verwandelte sich innerhalb einer Stunde zu einem kniehohen See.

So sah es aus: Wasser überall

Der Katastrophenschutz wurde aktiv, eine Evakuierung angekündigt. Tatsächlich brachte man schon die ersten Teilnehmer in die örtliche Turnhalle, als der Regen aufhörte. Wie zum Hohn schien anschließend wieder die Sonne, der Notfallplan konnte wieder in der Schublade verschwinden. An eine Fortführung der Veranstaltung war allerdings nicht mehr zu denken. Die Fahrer hatten andere Sorgen, sie wollten ihre Sachen wieder ins Trockene bringen. Auch den völlig verschlammten Kurs wieder renngerecht herzurichten, daran brauchte man nun wirklich nicht denken. Die Kollegialität der Teilnehmer untereinander war überwältigend. Man half untereinander, jeder war für jeden da, eine große Gemeinde der Rennfahrer stand in dieser Situation zusammen.

Classic-Action auf dem Flugplatz in Walldürn.

Und beim Veranstalter? Nachdem er sich von dem Schock einigermaßen erholt hatte, der entstandene Flurschaden mit dem Flugsportverein einvernehmlich geregelt war, wurde Kassensturz gemacht. Wird es eine Fortsetzung des mittlerweile größten Sportereignisses der Region mit rund 4.000 Zuschauern und über 300 Aktiven aus ganz Europa geben können? Die Bilanz sah nicht sehr rosig aus, die Reserven waren durch den Schaden aufgezehrt. Doch zum Winter gab die erlösende Nachricht. Ein Gönner erklärte sich bereit, einen Teil des finanziellen Fiaskos zu tilgen, den Rest muss das Event 2017 bringen. Nicht zuletzt die Fahrer signalisierten ihre Bereitschaft, bei dem muttlerweile letzten Flugplatzrennen in Deutschland wieder zu starten. Walldürn hat eben ein besonderes Flair.

Rette sich wer kann. Und schnell. Nur wie?

Auch der Flugsportverein zeigte sich erkenntlich und kooperativ. Nun hoffen die Leute des Organisationsteam um Manfred John, dass auch die Stadt ihren Teil dazu beiträgt, dass diese für die Region mit dem für den Tourismus wichtige Veranstaltung für die Zukunft weiter bestehen bleibt. Die kleine Jubiläumsveranstaltung, die 2017 zum 10. Male stattfindet, ist gesichert. Die ursprüngliche Planung, mit großer Feier zum Jubiläum, wird allerdings nur auf kleiner Sparflamme laufen können. Aber besser als ein Totalausfall. Deswegen: Motorsportfans haben den Termin vom 9. – 11. Juni schon im Kalender vermerkt.

Text/Fotos von Fluplatzrennen Walldürn-Veranstalter Manfred John

 

 

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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