Ausprobiert: PDL Fog Up-Polish

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Manchmal hat man irgendeine Kleinigkeit am Motorrad erledigt: Kette gesprayt und Durchhang geprüft. Luftfilter durchgepustet oder, wenn es ein wiederverwendbarer ist, gereinigt. Eine neuen Satz Kerzen spendiert. Kupplungs- und Bremshebel abgeschraubt, die Gelenke von klebriger Pampe befreit und frisch eingefettet wieder eingebaut. Vielleicht nur den Luftdruck geprüft. Wenn das Motorrad nicht makellos frisch geputzt war, aber auch nicht superdreckig ist, so dass eine große Wäsche lohnt, würde man gerne noch mal drüberwischen, ohne es gleich zu übertreiben, nur hier und da etwas Staub oder ein paar Fliegenreste entfernen und etwas Glanz herbei zaubern.

Was nimmt man dafür? Politur? Chrompflege? Brake-Cleaner? Multi-Öl? Glas-Aktiv-Schaumreiniger (z.b. von Würth)?, Lack- oder Kunststoff-Irgendwas? Meistens letzteres. Ich nutzte eine Weile etwas von Moto-Dingens, das hiess 747, also wie Boeings dicke Berta, das dann aber aus dem Programm gefallen ist. Danach ein Bike-Polish von Castrol; zuletzt ein Lack-Plastik-Pflegemittel einer Honda-Pflegemittelserie, die kaum einer kannte und die es auch inzwischen nicht mehr gibt.

PDL Fog Up-Polish. Einnebeln, abwischen, fertig.

Aber jetzt ist etwas Neues zur Hand. PDL Fog up Polish, eine Art Garagen-Pflege oder Wunder-Allround-Zaubermittel für´s schnelle Auffrischen zwischendurch. Die weissliche Flüssigkeit auf Wasserbasis ist laut Hersteller eine Dünnschicht-Sprühpolitur, die auf allen Oberflächen funktioniert, also auf Lack, Chrom, Metall, Glas, Gummiteilen, Plexiglas, hartem und weichem Kunststoff. Die Anwendung ist einfach: sparsam einnebeln, kurz einwirken lassen, mit weichen Tuch abwischen.

Ich habe das Mittel an meiner CB ausprobiert, mit der ich am Vortag noch 400 km bei Sonnenschein gefahren bin. Dreckig war das Bike deshalb nicht. Ein bißchen Staub auf der Hinterradfelge, ein paar Fliegenreste auf Tank und Lampe, mehr war nicht. Grober Dreck sollte eh vorher entfernt werden, empfiehlt die Beschreibung. PDL Fog up Polish ist schließlich kein Trocken-Putzmittel wie das Inducare-Dry-Clean, das ich im Mai 2015 einmal vorgestellt hatte.

Ich habe also Kotflügel, die Bereiche um die Lampe, Tank, Seitenteile und die Lackflächen um die Sitzbank zum Heck hin eingenebelt und abgewischt. Glänzten die Flächen mit freiem Auge hinterher sauberer? Ja. Ist ein Unterschied spürbar, wenn man über den Lackflächen streicht? Ja, auch das. Schön satt glatt, wie poliert. Ist der Unterschied bei einem cleanen Motorrad so riesig, dass man diesen auch fotografisch dokumentieren könnte, so richtig mit Vorher-Nachher-Bildern? Nein, jedenfalls habe ich das nicht geschafft.

Nach der Anwendung ist schwierig zu fotografieren. Weil: Sauber war der Tank vorher ja auch. Um die Glanzglätte zu spüren, einfach die Hand über den Lack streifen lassen. Geht am Monitor/Display nicht? Tja…

Das Mittel trocknet relativ zügig. Trockenreiben und auspolieren ist rasch erledigt. Streifenbildung gibt es keine. Schmutz und Fliegenreste lösten sich gut ab, hier und da musste man etwas fester nachreiben. Gefallen hat mir, etwas aufsprühen zu können, von dem man weiss, dass es nichts angreift, sondern nur reinigend versiegelt und für Glanz sorgt. Weil trocken von vorne bis hinten übers Motorrad putzen will ja niemand. Nichts eingesprüht habe ich rund ums Vorderrad – weil die Bremsscheiben mit einnebeln mir keine gute Idee scheint.

Motor oder Auspuff habe ich auch nicht mit eingenebelt. Obwohl das Mittel auf Metall und Chrom anwendbar ist und auch bei den Hersteller-Infos dazu nachzulesen ist, das auf poliertem Alu keine Schleier entstehen. Hinterher mit dem feuchten Lappen drüberwischen hat mir an diesen Stellen gereicht. Für das staubige, teils kettenfettige Hinterrad griff ich lieber wie immer auf einen anderen Lappen mit Brake-Cleaner zurück.

Für die schnelle Kosmetik zwischendurch, auf Lackflächen und allem drumherum, was im Sichtbereich liegt, taugt Fog Up Polish zweifellos prima. Das Bike strahlt gepflegten Glanz aus und man fühlt sich gut dabei. Man kann es beliebig oft anwenden, ohne Lack abzutragen und irgendwann bis auf die Grundierung vorzustossen. Und ohne im Umfeld Metall oder Kunststoff mit etwas in Kontakt bringen, was die Oberflächen nicht vertragen.

Fog Up-Polish kann nicht nur von Endkunden und Leuten wie Du und ich angewendet werden, sondern auch von Händlern, die ein Motorrad nach einem Werkstattaufenthalt optisch gepflegt an den Kunden zurückgeben wollen. Kurz die wichtigen Lackflächen einnebeln und drüberwischen, und die Maschine glänzt im Nu sauber und ansehnlich. Auch für Messen und Ausstellungen, wenn Exponate im »Show-Room-Glanz« dastehen sollen, ist es wohl prädestiniert.

Drei PDL Fog Up Polish-Sprühflaschengrößen gibt es: Klein, mittel, gross.

Das Kürzel PDL steht für Profi Dry Lube, der Hersteller ist der Gleiche, der das weithin bekannte fettfreie Kettenspray auf Teflonbasis anbietet. Das Mittel PDL Fog up-Polish gibt es in drei Größen: einer mittleren 250 ml-Sprühflasche (für 9,95 Euro), einer großen (500 ml für 17,50 Euro) und in einer kleineren Pocket-Flasche (50 ml für 4,95 Euro) für unterwegs, wenn man sein Helmvisier reinigen möchte, was ebenfalls damit möglich ist.

Gasgriffsalat-Urteil: Praxisgerechtes, pfiffiges Pflegemittel.

Fotos: Buenos Dias

Info-Link: www.profi-products.de

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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