BMW R 1200 R Eddie 21 von VTR-Customs

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Olive-Green mit blau-weißen Kawa-Stripes: VTR Customs R 1200 R Eddie 21.

Stucki Zweirad in der Schweiz ist BMW-Händler, die hauseigene Umbau-Abteilung nennt sich VTR-Customs. Letztes Jahr in Monthléry stachen dem Salat-Chronisten schon einige VTR-Bikes ins Auge. Eine Polizei-BMW, entspannte Boxer mit Paddel und Angel sowie eine abgefahrene Kreation namens »Goodwood 12«. Nun also rollt Eddie an. Was zum Teufel?, denkt man zuerst. Aber der Puls kommt schnell wieder herunter.

Aus der Vogelperspektive: Schmales Bodywork, schlanke Taille.

Eddie 21 basiert auf einer R 1200 R. Der Custum-Umbau ist angelehnt an Eddie Lawsons Kawasaki-Superbike aus den Achtziger Jahren. Also nicht tatsächlich, geht ja auch gar nicht mit Kuh und Kawa, eher spirituell. Weil die meisten Beteiligten diese glorreichen Zeiten in bester Erinnerung haben. Eddie ist quasi  der legitime Nachfolger der VTR Goodwood und soll bei den Essenza Sprints heuer unter Amelie Mooseder brillieren.

 

Die Linienführung der alten Kawas, speziell der Z1R, war eckig und kantig; das wurde versucht, hier zu treffen, getoppt mit einem großen Superbike-Nummernschild. Und mit möglichst viel Racing-Flair. Angestrebt war der erste Wasser-Boxer im einstigen Z-Look. Airbox und Tank konnten deshalb unmöglich serienmäßig bleiben (wie bei der Goodwood). So entstand zuerst die winzige Heck-Partie, dann die Airbox, und schließlich der Tank. Bei der Gelegenheit wurde mit dem ganzen Cockpit-Display in die Airbox umgezogen, was sich wahrscheinlich einfacher liest als es handwerklich zu bewerkstelligen war.

 

Insgesamt sollte das Bike so klein, flach und kompakt wie nur möglich werden. Die handwerklichen Arbeiten wurden wie immer bei VTR-Customs inhouse erledigt, von Marcel Brauchli aka »Cello« & Co., gleichzeitig arbeiteten einige bewährte Verbündete zu. Den Sitzbezug steuerte der Polsterspezialist Yves Knobel bei. Die superben Lackierarbeiten stammen von der Fa. Beuler aus Benken, die händisch ausgeführten Lackdetails von Johanna Vogelsang.

Ganz Ohr.

Eins von vielen verspielten Details ist der aufklappbare Schminkspiegel im Cockpit, weil Frau Amelie vor den Sprints gerne nochmal den Lippenstift nachzieht; das Problem, dafür stets geschwind eine retrovisierende Fläche zu finden, wurde so elegant gelöst. »Wir bauen Rennmaschinen, keine Badezimmer«, hiess es dazu in der Vergangenheit. Aber Schweizer sind ja Gentlemen und für diplomatische Lösungen am Ende doch empfänglich…

Eddie 21 wird nach der Essenza-Saison 2017 voraussichtlich in den Verkauf gelangen, für rund 55.000 Schweizer Franken. Wer sich dafür interessiert , kann sich gerne an Daniel Weidmann, Owner and General Manager von VTR Customs, wenden.

 

BMW Eddie 21 von VTR Customs

Basis: 2017er BMW R 1200 R

Handmade-Aluteile: Airbox, Tank, Heck, Verkleidung, Schutzblech

Sitz: Handarbeit von VTR Customs und der Sattlerei Yves Knobel

Felgen: Kineo

Reifen: Bridgestone Slicks 200/55-17 und 120/70-17

Bremse: Serie

Auspuff : Akrapovic modifiziert von VTR Customs und Unit Garage Muffler

Motor, Getriebe, Antrieb: Serie

Lenker: Serie, customized mit Spiegel für Amy

Cockpit-Display: Serie, händisch modifiziert von Uhrmacherei Zeitzone Zürich

Bremse/Kupplung-Armaturen: Magura HC3 Race

Fußrasten : BMW HP

Tankverschluss: Rizoma

Lackierung: Paint Shop Freuler, Benken

Logos: handgemalt von Johanna Vogelsang

Fotos von PHOTOCAB.ch / Andri Margadant

Info-Links: www.vtr-customs.com / www.stucki-schmerikon.ch

Zum Abschluss ein Video, in dem Dani von VTR Customs nicht nur Eddie vorstellt, sondern auch eine Handvoll weiterer Custom-Umbauten, die über den Winter gebaut wurden, eine unglaublicher und detailverliebter als die andere. Wer nach diesem Video nicht ein bißchen blown away ist, ist wahrscheinlich immun gegen alles und gegen Customizing sowieso.

Video von VTR-Customs via Youtube

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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