Puch 800 – mit Vierzylinder-Boxer

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Umwerfend sehenswert: Polierter Aluhaut-Flieger North American B 25 »Mitchell«, davor ein NASCAR-Mercury und ein Checker-Cab-Taxi.

Der Hangar-7 am Salzburger Airport beherbergt einen Mix aus historischen Fluggeräten, Rennautos und allerlei Mémorabilia von Brausehersteller Red Bull. Die architektonisch bemerkenswerte Lokalität, die übersprüht vor Charme und Stil und Kultur, umfasst auch ein Restaurant, zwei Bars, ein Café, eine Outdoor Lounge und dient als Veranstaltungsort wie auch Treffpunkt für Kunstliebhaber und Genießer.

Puch 800: Vierzylinder-Boxer aus Austria.

Auch Motorräder spielen immer wieder eine Rolle im Hangar-7. Vorgestern, am Montag, wurde dort das Red Bull Honda Superbike-WM-Team mit Hayden/Bradl vorgestellt, vor ein paar Jahren servierte KTM hier den Moto3-Rennmotor, auch spezielle Motorräder finden immer wieder in die Exponate-Sammlung, die in Abständen modifiziert, umgestellt und neu arrangiert wird.

Die Urgroßmutter der Gold Wing? Der Vierzylinder-Boxer schickte wuchtige 20 PS ans Hinterradl.

Derzeit zum Beispiel findet sich dort diese Puch 800, die dem ahnungslosen Salatprynz erst auffiel, als Gerrit Ten Kate, der ältere Boss des Ten Kate-Duos, mit entschlossenem Schritt darauf zustrebte und das extrem seltene Teil lange und intensiv in Augenschein nahm.

Gebaut wurde die Puch 800 von dem österreichischen Hersteller Steyr Daimler Puch ab 1936. Das Bike mit dem Viertakt-Vierzylinder-Boxermotor war damals eine Sensation und leistete 20 PS bei 4.000 Touren. Aufgrund der starken Konkurrenz von BMW und Zündapp wurde aber 1938 die Fertigung eingestellt. Nur 550 Exemplare wurden produziert, das Exponat im Bild war die Letzte, die gebaut wurde.

Lesen bildet!

Das Info-Taferl neben der Maschine informiert über die Puch 800: »Durch die fortschrittliche Formgebung des Verbrennungsraumes, den Ventilmechanismus und die Verwendung eines speziell entwickelten Fallstromvergasers wurde sowohl eine hohe Leistung als auch ein hervorragendes Anzugsvermögen bei wirtschaftlichem Brennstoffverbrauch erreicht.«

So wurde man chauffiert, damals.

Und weiter:»In erster Linie für die Polizei und das Militär konzipiert, kam sie vorwiegend in gebirgigen Gegenden und schwierigem Gelände zum Einsatz, wo sie sich auch bestens bewährt hat. Normalerweise schwarz mit rot-weißer Linierung wurden die Behördenmodelle mit grauer Lackierung ausgeliefert.«

Bell Cobra Helikopter und RB-Formel 1 der Vettel-Ära.

Puch gibt es schon lange nicht mehr. Heute spielt KTM in der Alpenrepublik wie in Europa als Motorradhersteller die erste Geige. Inwieweit die Puch 800 mit dem Vierzylinder-Boxer-Herz eine Rolle gespielt haben mag, als Honda in den Siebziger Jahre die erste Gold Wing entwickelte, wissen die Götter. Auf jeden Fall ist die Puch ein interessantes Bike, welches es wahrlich verdient hat, im tollen Ambiente des Hangar-7 ausgestellt zu sein und bewundert zu werden.

Zum Abschluss noch ein Link zu dem schillernden B25-Vogel von ganz oben- sehr lesenswert.

Alt, aber schön: Manchmal fallen auch die Orangen im sehenswerten Hangar-7 in Salzburg ein, wie hier Ende 2011 mit den Bikes von Cairoli, Roczen und Bauer.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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