Käufliche MotoGP-Aprilia für 160.000 Euro

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Aprilia RSV4 FW-GP für 160.000 Euro: Alles was gut und teuer ist und Leistung bringt.

Bei Aprilia existiert seit gut einem Jahr die Möglichkeit, direkt in der Rennabteilung in Noale aufgebaute RSV4-Rennmaschinen zu erstehen. Zwei Varianten in Stocksport-Spezifikation und eine Variante nach Superbike-Reglement. Sowie jetzt brandneu ein Überdrüber-Trackbike wie im MotoGP-Sport mit pneumatischem Ventiltrieb und über 250 PS!

Die nicht zulassungsfähige Variante »RSV4 R-FW Stock1 MM Race 2017« kommt mit Standard Elektronik, ohne ABS und Lenkschloß, vereinfachtem Bremsleitungssystem, Standard-ECU mit diversen Mappings für Race-Use, die optimiert sind für Racing-Auspuff-Komplettanlagen, inklusive Traction Control, Wheelie-Control, Launch Control und Engine Braking, leichter Lithium-Batterie, Blipper-Funktion up & down, Digi TFT Color-Dashboard mit integriertem Laptimer. Der V4-Motor kommt ohne Thermostat, vereinfachtem Kühlschlauchsystem und geschlossenem Sekundär-Luftsystem. Das Fahrwerk glänzt mit Lenkdämpfer, NIX-Gabel und TTX-Dämpfer von Öhlins, geschmiedeten Alufelgen und 330er Brembo-Doppelscheiben. Standard-Auspuffkrümmer ist dran, Auspuff-Dämpfer keiner.

Dieses Stock-1-Paket kostet 17.900 Euro plus Steuer. Dazu addieren sich optional a) Rennverkleidung aus Fiberglas (+ 1200) und Akra-Komplettsystem (+ 2250) sowie optional b) die komplette Motormontage in der Rennabteilung (+ 4200). Macht mit Option a + b dann 24.600 Euro plus Steuer.

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2017er Aprilia RSV4 FW-GP: Die Krönung des käuflichen Racebike-Programms.

Die ebenfalls nicht zulassungsfähige Variante »RSV4 R-FW Stock2 MM Race 2017« verfügt zusätzlich zu allen genannten Features über ein von Aprilia Racing entwickeltes APX-Logic-Elektronik-Steuergerät, mit dem neben Zündung/Elektronik etliche Motorparameter frei programmierbar sind. Dazu gehört ein Hand-Terminal, mit dem sich die elektronischen Funktionen einstellen lassen. Weiter gehört dazu ein Data Recording-System, das mit vorhandenen Sensoren Einblick über Drehzahl, Wassertemperatur, Vorder- und Hinterradspeed, Roll- und Pitch-Angles erlaubt. Weitere Sensoren, die in der FIM Superstock-1000-Serie zulässig sind, sind dazu erhältlich. Zwei Software-Programme (ABM-Base zur Datenanalyse und ARES zur Analyse/Veränderungen des APX) gehören dazu, wobei die Lizenz ein Jahr Nutzung abdeckt.

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Gabel, Motor, Chassis: Alles mörder.

Mit Hilfe des APX-Logic-Elektronik-Steuergeräts lassen sich kontrollieren/einstellen: Drehzahl pro Gangstufe, Pitlane Speed Limiter, 
ETC (Electronic Demand Control), VTP (Position der variablen Ansaugtrichter), TCS (Traction Control), Adaptive TCS (je nach Zustand der Strecke), Distance Based (Parameters basierend auf Kurven/Sektoren), 
Motorbremse, 
Power-Reduzierung, Wheelie Control; Launch Control, Wheelie Control, Antijerk Control, Blipper und Laptimer. Den Motor bauen Techniker der Aprilia-Rennabteilung in penibler Handarbeit auf, ob unter spirituellem Singsang betörender Grazien, wird leider nicht verraten, auf jeden Fall werden sämtliche Toleranzen und auch die Verdichtung gecheckt und bei Bedarf angepasst. Prüfstandlauf und Final-Leistungs-Check gehören dazu; Aprilia verspricht über 204 PS (+- 2 %) bei 14.000 Touren.

Diese Stock2-Variante der RSV4 kostet 26.400 Euro, mit optionaler Fiberglasverkleidung und Akra-Anlage (wie oben) addiert sich der Preis auf 29.400 Euro. Die Bearbeitungsdauer unterliegt der Absprache, beträgt minimum aber 30 Tage, bei Auftragserteilung sind 20 % Anzahlung fällig, der Rest vor Auslieferung

Dritte Race-Bike-Variante ist die »RSV4 R-FW SBK 2017« im Superbike-Trimm, bei der zur Stock2-Komplettausstattung auch motortechnisch mehr Register gezogen werden und 215 PS bei 14.300 Touren an der Kette reißen. Auf dem Superbike-Preisschild stehen dann 36.900 Euro plus Steuer.

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Aprilia RSV4 FW-GP: V4 mit pneumatischem Ventiltrieb und über 250 Pferden am Getriebeausgang.

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Italo-V4 mit 81er Bohrung.

Vierte und absolute Overkill-Variante mit über 250 PS am Getriebeausgang ist die »Aprilia RSV4 FW-GP« für 160.000 Euro zzgl. Steuern, die zusätzlich zu den Superbike-Goodies einen speziellen Kabelbaum, GPS-Sensor und allerlei Zaubertricks- und Schalter an Bord hat, bis hin zu 81 mm Zylinderbohrung, pneumatischem Ventiltrieb, Trockenkupplung mit Back-Torque-Limiter, speziellem Cassettengetriebe, Akra-Titan-Komplettanlage, Öhlins FGR300-Gabel und TTX-GP-Federbein, verstellbare Gabelbrücken, Mörder-Aluschwinge mit +-25mm Höhenverstellung, 336er Bremsscheiben, Vierkolben-Radial-Bremszangen, High-Perf-Kühlern, noch leichteren Felgen (3,5 und 6 Zoll breit) und 22,5 Liter Alutank.

Technisch entspricht das dem Stand, der bis Ende 2015 im MotoGP-Sport den Werks-Fahrern Stefan Bradl und Alvaro Bautista zur Verfügung gestellt wurde. Technischer Support inklusive Einführung bei Übergabe und dem ersten Rennstrecken-Ausritt gehört für künftige Kunden ebenfalls mit dazu, auch bei weiteren Trackday-Ausfahrten entsendet Aprilia eine begleitende Fachkraft. Ein Paddock-Ticket für einen MotoGP-Rennbesuch nach Wahl ist ebenfalls inkludiert. Die Lieferzeit beträgt minimum 2 Monate.

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Aprilia RSV4 FW-GP: Traum für MotoGP- und Rennstrecken-Enthusiasten.

 

Yamaha und Ducati bieten Kunden keine MotoGP-Bikes an, Hondas Fertigung der RC213V-S (inklusive zusätzlichen Racekit) war zeitlich limitiert und ist ausgelaufen. Bei KTM sind käufliche MotoGP-V4-Bikes zumindest für die Zukunft bereits laut angedacht worden. Wer also unbedingt jetzt MotoGP-Technik sein Eigen nennen und fahren will und sich das auch leisten kann, kommt an Aprilia nicht vorbei. Weitere Infos finden sich unter dieser web-adresse: http://www.serviceaprilia.com/public/racing/

Fotos: Aprilia

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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