Café Racer Festival Monthléry 2016

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Aufstellung zum Länder-Match F-D: Sprinten geht auch in Karo.

Linas-Monthléry, das 1924 erbaute Autodrom im Süden von Paris, hat den Charme alter Gemäuer. Renngeschichte wird hier schon lange nicht mehr geschrieben. In der wilden Zeit, als der Bol d´Or wiedergeboren wurde, also 1969, siegten hier Rougerie/Urdich auf Honda CB 750, bevor nach Le Mans und später Paul Ricard umgezogen wurde.

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Regen. Na und? Solange der Rest stimmt…

Immobilienhaie, die das Areal mit dem Steilwandkurs in den letzten Jahrzehnten abreissen und Einkaufscenter und Wohnhäuser hinsetzen wollten, wurden zum Glück abgeschmettert. Nur ein französischer Technik-Überwachungsverein nutzt Monthléry noch für Testfahrten, sonst findet hier nichts mehr statt. Einzige Ausnahme: Das Café Racer Festival, das heuer zum vierten Mal über die Bühne ging. Veranstalter sind die Leute des Print-Magazins »Café Racer«

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Freies Fahren, bunt gemixt, auf ehrwürdigem Grund.

Das Rezept: Bikes, Track-Time, Retro, Klassik, Sound und ein bißchen Kommerz. Im Prinzip donnerten zwei Tage lang die Motoren von früh bis spät. Zum einen war freies Fahren auf der Piste wie bei einem Renntraining in Gruppen möglich, wo altes und auch weniger altes Zeug ausgewrungen wurde, von modifizierten Strassenbikes jedens Alters bis zu ausrangierten Rennmaschinen, die meisten wunderschöne Schätze.

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Sultans-Finale: »Fer Original« aka Crazy Bonnie versus Schlachtwerk TR1. Grün gewann!

Dann gab es die Sprints im Start-Ziel-Areal, die an Einfachheit nicht zu überbieten waren. Ein paar Pylonen, ein Flag-Girl, und rund ging´s im Karton mit Drag-Beschleunigungs-Duellen über 200 Meter, die offiziell als Demo-Runs tituliert waren, weil das die Genehmigung enorm vereinfachte. Ohne Zeitnahme, einfach per Augen-Entscheid. Diverse Gruppen fochten also just for Fun ihren Strauß aus, sogar ein Ländermatch Deutschland-Frankreich wurde abgewickelt. Höhepunkt waren die Sprint-Duelle der »Sultans of Sprint«, ein locker organisierter Kreis bunter Speed-Freaks auf fabelhaften alten Eisen, die sich in den letzten Jahren gebildet haben.

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Flankiert von schnellen Twins: Seb Lorentz und sein Lucky-Cat-Garage-Sprintbeemer.

Sebastien Lorentz, Lucky-Cat-Garage-Sprintbeemer-Treiber und unglaublich cooler Honk, ist quasi der Kopf der »Sultans of Sprint«, die sich im Fahrerlager inzwischen gemeinsam in einem Zelt präsentieren. Die Vielfalt der Bikes  ist sensationell: Renn-Irgendwas, Salzsee-Zigarre, Drag-Psychodelikum, Scambler-Eisen und Vintage-Kreationen auf Basis von BMW, Guzzi, Buell, Triumph, Ducati, Yamaha und Harley. Der Mini-Zirkus der Sultans war beim »Wheels & Waves« dabei und wird auch das Glemseck 101 Anfang September bereichern. Ein weiterer Auftritt ist sogar bei der Intermot geplant.

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Le Village im Fahrerlager: Kunst, soweit das Auge reicht.

Neben freiem Fahren und den Sprints gab es das Village im Fahrerlager, in dem sich diverse Importeure, Händler, Customiser und Handwerks-Künstler und Größen der Szene präsentierten. Eine Handvoll Marken bot Probefahrten, am Abend spielten Musikbands auf. Auch wenn am Samstag beim Café Racer Festival zwischendurch mal ein paar Regentropfen fielen: Die Ambiance war großartig, was aber kein Wunder ist; denn Leute, die zu derlei Anlässen aufkreuzen, bringen die Stimmung, die sie suchen, einfach selber mit, weshalb bei solchen Events eigentlich auch nix mehr schief laufen kann, dem Himmel sei Dank!

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Vielfältiger geht nicht: Präsentation der Sultans of Sprint.

 

Bilderbogen, die Erste:

 

Bilderbogen, die Zweite:

Fotos: Buenos Dias

 

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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