Suzuki TL 1000 S Vintage Parts Programm

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Gewaltige, farbenprächtige Anlage: Suzuki-Fahrpräsentation Ende 1996 in Homestead bei Miami in Florida.

Bei Suzuki in England gibt es seit 2013 ein Programm für Vintage Parts, also Ersatzteile für ältere Modelle, die eigentlich seit Jahren ausgelaufen sind. Bislang zählten dazu Suzuki-Klassiker wie GT 750 aka »Wasserbüffel«, RGV 250 (VJ21), AP 50, GT 250 X7, GS 1000 S, die GSX-R 750 (the Ur-Gixxer) sowie die GSX-R 1100 (L). Ganz frisch haben die Roastbeefs mit dem scharfen S nun diese Woche die TL 1000 S hinzugefügt.

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Ziel dieses Programms ist schlicht, den Eignen dieser längst raren und kostbaren Bikes die Teilebeschaffung zu erleichtern, bei Infos zu Verfügbarkeiten behilflich zu sein sowie den Download von Handbüchern und Service-Unterlagen zu ermöglichen. Der Verkauf der Suzuki Vintage Parts erfolgt über einen eigens eingerichteten ebay-Shop.

Tim Davies, Aftersales Marketing Coordinator bei Suzuki GB: »Das Vintage Parts Programm wurde ins Leben gerufen, um Besitzern klassischer Suzuki-Modelle bei Servicefragen und der Teilebeschaffung das Leben zu erleichtern. Wir wissen, wie populär Ebay ist, wenn es um Ersatzteile speziell auch älterer Modelle geht. Uns scheint es deshalb sinnvoll, Teile dort anzubieten, wo der Kunde ohnehin sucht. Mitunter spüren wir, dass Kunden überrascht sind, wieviele Orginalteile ganz regulär neu lieferbar sind. Dass wir diese über einen ebay-Shop anbieten, ist eine logische Fortführung der ursprünglichen Idee, Besitzern klassischer Suzukis bei der Teileversorgung behilflich zu sein, so einfach und effizient wie möglich.«

125 PS aus dem 1000er V2, hinreissendes Sport-Kleid. Bologna hatte Grund zu zittern, eine Weile zumindest.

Speziell fällt mir zur TL 1000 S noch ein, dass die Fahrpräsentation Ende 1996 in Homestead/Florida über die Bühne ging und ich für Suzuki die deutsche Testerabordnung fotografierte. Der neue V2-Sportler war dazu bestimmt, Ducatis 916 zu konkurrenzieren. Das Bike sah hinreissend aus, hatte richtig Qualm, rannte mit 125 PS gute 250 km/h und funktionierte super, alle waren ehrlich begeistert, überhaupt war es ein unglaublich cooles Event. Zuerst wurde auf der damals neuen Piste bei Miami die erste GSX-R 600 getestet, dann wurde einen Tag hochseegefischt, am dritten Tag tobte die Meute mit der TL 1000 S über die Strecke und am vierten Tag ging es auf Landstraßen über die berühmte Florida Keys-Inselkette und 42 Brücken, eingerahmt von türkisfarbenem Ozean, runter nach Key West, quasi das Ende von Amerika. Die dichtenden Tester verspürten den Geist von Ernest Hemingway und Tennessee Williams und natürlich wurde der rote Renner auch am Southernmost-Point abgelichtet, von dort aus waren es nurmehr 50 Miles to Cuba.

50 Miles to Cuba: Southernmost Point in Key West, am Ende der Welt quasi.

Die ersten Tests und Fahrberichte fielen euphorisch aus, die Kunden rissen den Suzi-Dealern das V-Twin-Bike förmlich aus den Händen, bis nach ein paar Monaten Probleme auftauchten. Die Einspritzung produzierte zu fettes Gemisch, was zu Ölverdünnung durch unverbranntes Benzin führte, dann geriet der Drehflügeldämpfer der Hinterradfederung bei großer Hitze in die Kritik, es folgten mehrere Rückrufaktionen, dann wurde ein Lenkungsdämpfer nachgerüstet etc, etc,– selten prasselte auf ein Motorrad so viel Kritik ein wie auf die arme TL 1000 S. Das Interesse liess ziemlich rapide nach, das Modell blieb nur wenige Jahre im Programm.

Damals war der Ruf sowas von ruiniert. Heute, 20 Jahre später, wird die immer noch wunderschöne TL 1000 S von Kennern geschätzt und geliebt und Suzuki GB erweist dem Modell durch die Aufnahme ins Vintage Parts Programm eine späte Ehre. Mir gefällt das sehr.

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Fotos: Buenos Dias

Info-Link zu Suzuki GB´s Vintage Parts Programm: www.suzuki-gb.co.uk/vintage-parts

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

2 Kommentare

  1. Ah, die TLS. Ich hatte mal eine 97er bis mir bei 96.000 km der Motorblock auf der Autobahn gerissen ist. Freide ihrer Asche.
    Was für ein geiles Mopped.

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