RMC peilt Highspeed-Weltrekorde an

0

Pride of Italy: V8-Motor und 2 Liter Hubraum.

RMC-logo400Roberto Crepaldi ist der Kopf des RMC-Teams. Insidern ist dieser Name bestens bekannt. Ab Mitte der 80er Jahre baute Crepaldi die Marke Harley Davidson, die zuvor ganze drei Milwaukee-Eisen in Italien verkauft hatte, in Italien zu einer äußerst erfolgreichen Importeurs-Company auf. Als kreativer Kopf initiierte er zum Beispiel komplett neue Custom-Varianten wie etwa die »Night Train«, die später ab Werk für den Weltmarkt produziert wurde.

Als das Importeursgeschäft lief wie geschmiert, wandte sich Roberto neuen Motorrad-Abenteuern zu. Als nächstes half er dem Neuseeländer John Britten, das ebenso berühmte und unkonventionelle Twin-Monster Britten V1000 auf die Räder zu stellen. Das CR&S-Team gewann damit die B.E.A.R.S-Worldserie und nahm dazu dreimal an der Tourist Trophy auf der Insel Man teil. Später baute Crepaldi mit seiner Company in Kleinserie die CR&S Vun und die CR&S Duu, zwei wunderschöne, total eigenständige Ami-Twin-Kreationen im Designer-Outfit.

 

Nun also hat Roberto Crepaldi ein paar Spezialisten um sich geschart. Die Gruppe, die sich schlicht RMC-Team nennt (das Kürzel steht für Record Motor Cycles) will zwei neue Weltrekorde aufstellen, und zwar auf den Bonneville-Salzseen in Utah in den USA. Ziel ist, einmal mehr den Ruhm für italienische Ingenieurskunst und natürlich italienische Speed-Leidenschaft zu mehren und unter Beweis zu stellen.

Wenn es um Weltrekorde geht, gibt es bekanntlich eine Fülle verschiedener Motorradtypen und Leistungsklassen. Roberto und sein Team werden zwei Motorräder bauen, die noch unter die Klassifizierung »richtige Motorräder« eingeordnet werden dürfen, also keine Streamlinier-Konstruktion sind. Der Fahrertorso wird in klassischer Fahrposition zwar eingebettet in eine aerodynamische Verkleidung, soll äußerlich aber grundsätzlich sichtbar bleiben.

Tribute to John Britten: V8-Motor und 2,5 Liter Hubraum.

 Mit beiden RMC-Bikes werden neue Highspeed-Weltrekorde angepeilt. Ein Bike, getauft auf den Namen »Pride of Italy« wird einen Achtzylindermotor mit zwei Litern Hubraum erhalten. Ein zweites Bike mit der Bezeichnung »Tribute to John Britten« wird 2,5 Liter Hubraum aufweisen und ebenfalls mit Achtzylinder-Power aufwarten. Zuständig für die Technik ist Giulio Benardelle, der über jede Menge Racing-Background verfügt. Der Italiener arbeitete an den 125er und 250er GP-Aprilias von Valentino Rossi und Roberto Locatelli mit, anschließend fungierte er als Technischer Direktor im Pramac Honda MotoGP-Team sowie im Konica Minolta Honda MotoGP-Team. Mit der Bezeichnung »Tribute to John Britten« soll der neuseeländische Techniker und Rennfahrer gewürdigt werden, der vor 20 Jahren leider viel zu früh verstarb.

Die V8-Triebwerke sollen bewährte Viertakt-Technik aus der Formel-1-Welt aufweisen, allerdings wird auf Turbo- oder Kompressor-Aufladung verzichtet. Dazu wird normaler, handelsüblicher Kraftstoff verwendet, also kein Methanol oder sonstige chemischen Zaubertricks. Bemerkenswert: Grundsätzlich sollen die Motorräder von halbwegs normalen Piloten ohne Supermann-Qualitäten gefahren und beherrscht werden können. Angestrebt wird, in beiden Versionen jeweils über 400 PS Schubkraft zur Verfügung zu haben, auch die angepeilten Geschwindigkeiten sollen 400 km/h deutlich überschreiten.

 

Neben ordentlich Power werden wesentliche Gesichtpunkt der Rekordfahrzeuge eine effiziente Aerodynamik und gute unerschütterliche Geradeauslaufstabilität sein. Viele technische Einzelheiten bezüglich Motor, Fahrwerk und Elektronik müssen noch festgelegt und ausgetestet werden. Das RMC-Team um Roberto Crepaldi ist jedenfalls auf dem Weg zu neuen Highspeed-Weltrekorden und voller Optimismus. Wie weit der typisch italienische Enthusiasmus diese beiden Weltrekord-Projekte nach vorne bringt, wird zweifellos interessant zu verfolgen sein.

Info-Link: www.recordmotorcycles.com

Fotos: recordmotorcycles.com

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

Leave A Reply