Big Bad Wolf XJR 1300 von El Solitario

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Beim Yard Built-Programm von Yamaha herrscht an Nachschub kein Mangel. Eine stattliche Zahl Custombikes ist in Kooperation mit Bike-Buildern rund um die Erdkugel bereits entstanden. Damit soll stets aufgezeigt werden, was zum Thema Umbauten möglich ist, wenn individueller Phantasie und handwerklichem Geschick freier Lauf gelassen werden. Auch die spanische Custom Bike-Schmiede El Solitario begleitet das 20-jährige Jubiläum der XJR 1300 mit einem speziellen Umbau. Das Ergebnis ist der grimmig brutale, respekteinflößende »Big Bad Wolf«, eine nicht ganz einfach zu definierende Mixtur aus High-Performance-Naked und Race-Bike mit Licht und Straßenzulassung.

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Die Maschine, die nicht nur extravagant umgestaltet, sondern auch mächtig erstarkt ist, sorgte im September beim Glemseck 101 in Deutschland für Furore. Im Finale beim Achtelmeilenrennen gegen den seit 3 Jahren siegreichen Lucky Cat Garage-Sprintbeemer fraß sie diesen einfach auf. Trotz der Wandlung zum renntauglichen Monster wurde der Yard Built-Ethos im Auge behalten. Das Bike ist ohne Schneid- oder Schweißarbeiten am Rahmen der Serienmaschine entstanden.

Der »Big Bad Wolf« ist eine Maschine, an der mit Ausnahme von Rahmen, Tank, Lenker und Rücklicht alles Custommade ist, wobei das Leergewicht auf schlanke 183 kg reduziert wurde.

David Loner von El Solitario schüttet sein Herz ohne Umschweife aus: »Wir verfügten über keine Erfahrung mit Vierzylinderbikes und sind eigentlich eher Motorrad-Poeten, keine Ingenieure. Anfänglich wussten wir nicht, in welche Richtung dieses Projekt gehen sollte. Schließlich jedoch, als klar war, was wir eigentlich wollten, haben wir alles mit der tatkräftigen Hilfe von Freunden und externen Spezialisten in die Tat umsetzen können.«

Wesentlich für den Erfolg des Projekts war die Zusammenarbeit mit Mauro Abbadini von Classic Co. Er brachte insbesondere für die Tuningarbeiten das technische Know-how mit ein. Auch etliche bekannte Namen aus der Rennszene zauderten nicht lange, mit El Solitario zusammenzuarbeiten.

 

Die Motoreingriffe fielen eher tiefgreifend aus: Am luftgekühlten Reihenvierer wurden der Zylinderkopf überarbeitet, Brennräume und Kanäle optimiert, dazu die Verdichtung erhöht. Die Kurbelwelle ist feingewuchtet, die originalen Pleuel erhielten Titanschrauben. Komplett demontiert wurde die Kraftstoffeinspritzung, stattdessen übernehmen nun 42er Lectron-Flachschiebervergaser die Gemischaufbereitung. Programmierbare Dynatek-Komponenten helfen den Zündfunken auf die Sprünge. Lohn aller Mühen: 148 satte PS am Hinterrad.

Classic Co. fertigte neben speziellen Kolben noch diverse Halterungen aus Aluminium, dazu den Motorspoiler und ein Carbonfiber-Heck. Dymag aus England lieferte Kohlefaserräder (die auf jede XJR passen). K-Tech Suspension und Novatech steuerten eine spezielle Gabel sowie Stereo-Stoßdämpfer bei.

Acke Rising von ISR in Schweden warf Drehbank und Fräse an und zauberte passende Gabelbrücken, Bremsscheiben nebst Adaptern sowie Halterungen für die Bremszangen. ISR-Serienteile wie Handgriffe und Armaturen, Sechskolben-Kneifer (für vorne) und Vierkolben-Sättel (für hinten) wurden der Spezialteile-Lieferung ebenfalls hinzugefügt.

 

Den göttlichen Titanauspuff schuf Asahina Racing aus Japan. MotoGP-Zulieferer Taleo Racing aus Madrid fertigte den monströsen Ölkühler. EMD aus Frankreich stellte spezielle (und schöne) Motordeckel aus Aluminium her, die in Kürze bei El Solitario als Gussversion für die Serien-XJR 1300 erhältlich sein werden.

Ein spezieller TWM-Tankverschluss veredelt den Tank. Das Hinterrad wird in einer Aluminiumschwinge von Over Racing (aus Japan) geführt. Elektrik und Verkabelung (ohne Zündschlüssel) entstanden mit Motogadget- und M-Lock-Komponenten. Von Corona kommt der supercoole Quickshifter, PIAA lieferte die hübschen, quadratischen Scheinwerfer zu.

Mit Michelin-Gummis (Slick- oder Regenreifen) ist ordentlich Vortrieb bei allen Wetterbedingungen garantiert. Und schließlich muss unbedingt auch das künstlerisch wertvolle Design nebst Lackierung der Londoner Lackkunstschmiede »Death Spray Custom« erwähnt werden.

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Der »Big Bad Wolf« ist zweifellos eine der grimmigsten und inzwischen auch bekanntesten XJR 1300-Umbauten. Well done!

 

Fotos: Yamaha

Video: Yamaha via Youtube

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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