Pictorial vom Japan GP in Motegi

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MotoGP ist kein Honigschlecken: Zwei Dutzend Wilde mit 250 PS im Nassen, Rad an Rad.

Johann Zarco: Freuden-Purzelbaum nach Sieg und Moto2-Titelgewinn.

Der erste WM-Titelträger steht fest: Johann Zarco ist Moto2-Champion 2015. Nur Tito Rabat hätte ihm noch gefährlich werden können, aber der verletzte sich beim Training in Spanien in der Woche zuvor. Trotzdem ging der Franzose entschlossen beim Regenrennen zur Sache und siegte mit 4,5 Sekunden Vorsprung vor Jonas Folger und Sandro Cortese, die beide eine grandiose Fahrt auf der halbtrockenen, knifflig einzuschätzenden Piste ablieferten. Zwei deutsche Fahrer mit auf dem Podest, ein tolles Bild.

Das Wetter war wieder kein Freund von Jorge Lorenzo. In England spielte es ihm übel zu, in Misano und jetzt schon wieder. In den trockenen Trainings legte er wie fast immer eine Bestzeit nach der anderen hin und leistete auch anfänglich im verregneten Rennen die Führungsarbeit, wobei er wohl seine Reifen mehr beanspruchte als die anderen. Als es nach Rennhälfte leicht abtrocknete, drehte Dani Pedrosa auf seiner Aufholjagd immer stärker auf, schnappte sich zuerst Rossi auf P2, dann knöpfte er Lorenzo die Führung ab. Als Lorenzo noch einen Fehler machte, schlüpfte auch Rossi noch an ihm vorbei. Marquez musste sich diesmal mit P4 zufrieden geben, dahinter landeten Dovizioso, Crutchlow, Smith. Wildcard-Pilot Katsuyuki Nakasuga erreichte auf der gelben Factory-M1-Werks-Yamaha auf P8 das Ziel.

Für Dani Pedrosa war es vor 50.000 Zuschauern in Motegi der 50. GP-Sieg; dazu hat er mit 139 Podestplätzen mit Angel Nieto, seinem legendären Landsmann, gleich gezogen.

Stefan Bradl unterlief ein seltsames Mißgeschick: Als die Piste etwas abtrocknete und er sich mehr Power wünschte, stellte er die Traction Control ab. Als der Reifen nach einer Weile immer mehr abbaute, wollte er diese wieder aktivieren. Dabei berührte er mit dem Daumen den Schalter für den Pitlane-Speedlimiter. Beim Anbremsen der nächsten Kurve hatte er keine Motorbremse mehr und musste einen großen Bogen durch die Auslaufzone fahren, was viel Zeit und mächtig Plätze kostete, am Ende brauste er nur als Achtzehnter ins Ziel. Ärgerlich. Zuvor im Training war Stefan mit Platz 13 die bislang beste Trainingsplatzierung für das Aprilia-Team gelungen.

In der MotoGP-WM-Tabelle ist Yamaha nach Motegi der Fahrertitel sicher, Marquez ist rechnerisch draussen. Lorenzo oder Rossi, wer jubelt am Ende über die WM-Krone? Das bleibt die Frage. Drei Rennen stehen noch aus, Rossi hat den Vorsprung wieder ausgebaut, auf jetzt 18 Zähler. Bleibt noch genug Zeit und Stoff, sich den Mund fusselig zu reden. Spannend!

Im verkürzten Moto3-Rennen (wegen Nebel und Regen am Morgen) brauste Niccolo Antonelli (Honda) vom Start weg zum zweiten Saisonsieg, vor Miguel Oliveira (KTM) und Jorge Navarro (Honda). WM-Leader Danny Kent (Leopard-Kiefer-Honda) kämpfte sich von weit hinten noch vor bis auf Platz 6, immerhin vor Widersacher Enea Bastianini. In Australien nächstes Wochenende ist die nächste Chance für den Briten, den WM-Sack zuzuschnüren.

Fotos von Yamaha, Suzuki, Honda, Repsol Media (Olivares & Kirn), Aprilia, Intact-GP (Andrew Northcott), KTM/Milagro und Ducati.

Den Fahrertitel hat Yamaha sicher: Wer spreizt am Ende die Finger zum Victory-Zeichen, die 46 oder die 99?

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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