Bol d´Or Pictorial

0

YART- und GMT94-R1 pinseln durch die einsetzende Nacht. Warum ist die Nummer der 7 (noch) nicht beleuchtet?

Alles grün beim Pitstopp der SRC-Kawasaki, bis hin zur Brille des Feuerlöschers.

Nach 19 Jahren Pause fand der Bol d´Or wieder auf dem Circuit Paul Ricard statt, im Hinterland der Côte d´Azur. Mal eben zwischendurch runter an den Strand fahren oder in Bandol Gambas essen, eine Partie Boule spielen oder einen Roten schlürfen, das geht nur hier. All die Jahre zwischendurch war die Piste nurmehr für Testzwecke von Autoindustrie und Rennteams in Gebrauch, erst seit kurzen werden wieder Publikums-Events abgewickelt.

Bei 24-Stunden-Prüfungen kommt selten jemand komplett reibungslos durch. So war es auch beim Kampf um die »Goldene Schüssel« heuer.

Markus Reiterberger kurvte gleich nach dem Start an die Box, mit einem Problem am Schräglagensensor. Nach unglaublich zäher Aufholjagd kurvte die Penz13-BMW unter Reiterberger/Mackels/Pesek bis auf Platz 2 vor, das Team träumte in der Nacht bereits vom Podestplatz, dann tauchten Probleme am Hinterradantrieb auf, am Ende reichte es für Platz 6.

David Checa stürzte Ende der allerersten Runde und hatte einen Mordsdusel, dass das Bike beim Rutschen nicht andere traf und abräumte, danach schob er in die Box, die Reparatur warf die gelbe GMT-Yamaha um 5 Runden zurück, bis ans Ende des Feldes. Das Trio Gines/Checa/Foray kämpfte sich in Folge Stück um Stück nach Eichhörnchen-Manier vor bis auf Platz 2, zum Sieg fehlten nur 2 Runden.

Die Bolliger-Truppe um Saiger und Stamm packte nach 4 Stunden ein: übler Highsider von Nicholas Salchaud gleich nach dem Boxenstop im ersten Kurvengeschlängel, die schöne 10er Kawa aus der Schweiz irreparabel lädiert.

Die Werks-Fireblade lag 20 Stunden immer unter den ersten Drei, dann war mit einem technischen Defekt Schluss, eine Angabe zur Ursache gab es (noch) keine. Auch bei YART-Yamaha gab es keine Zielankunft. Am frühen Morgen war Feierabend, auch hier mit technischem Defekt.

Die SERT-Suzuki, sonst das Muster an Zuverlässigkeit überhaupt, musste in der Nacht zweimal an die Box, um ein Problem mit der Hinterradachse zu fixen. Vorher hatten sich die Blauen mit der YART-Yamaha und der Honda ständig um die Spitze gerauft. Danach wurde angegast, um sich wieder auf den letzten Podestplatz zurück zu kämpfen, um den Endurance-WM-Titel nach einem Jahr Pause wieder zurück zu erobern, was dann auch gelang. Gewaltig: SERT-Suzuki hat seit 1980 14 WM-Titel gewonnen, plus zwei Vize-Kronen.

Nicht einmal die siegreiche SRC-Kawasaki mit Leblanc/Lagrive/Foret kam ungeschoren über die Runden: eine Benzinpanne mit anschließender Schiebung am Ende eines Stints und eine falsche Reifenwahl aufgrund starken Winds und tiefer Temperaturen auf der Mistral-Gerade sorgten für Zeitverlust, dazu mussten Probleme mit der Hinterradkette überwunden werden. Leblanc: »Jedesmal, wenn wir vorne lagen, kostete uns irgendeine Lapalie wieder Zeit. Ein nervenzerfetzendes Rennen«.

Für diesen Bilderbogen haben Lichtbildner rund um die Uhr geackert. Applaus bitte für die Fotos von Suzuki (David Reygondeau/Goodshoot), Penz13 (Toni Börner/Highside), GMT94 (Lionel Beylot und Lukasz Swiderek/PSP), Honda Racing, Kawasaki und Yamaha.

 

Ergebnis Bol d´Or 2015

  1. Team SRC Kawasaki, EWC, Kawasaki ZX-10R, 24:01’22.895
  2. GMT94 Yamaha, EWC, Yamaha YZF-R1, 2 laps
  3. Suzuki Endurance Racing Team, EWC, Suzuki GSX-R 1000, 7 laps
  4. Tati Team Beaujolais Racing, SST, Kawasaki ZX-10R, 11 laps
  5. Team Traqueur Louit MOTO 33, SST, Kawasaki ZX-10R, 12 laps
  6. BMW Motorrad France Team PENZ13, EWC, BWM S 1000 RR, 15 laps
  7. Völpker NRT 48 & PENZ13 By Schubert Motors, SST, BWM S 1000 RR, 16 laps
  8. Team 3ART YAM’ Avenue, SST, Yamaha YZF-R1, 20 laps
  9. ATOMIC 68, SST, Suzuki GSX-R 1000, 22 laps
  10. Team Aprilmoto Motors Events, EWC, Suzuki GSX-R 1000, 24 laps

 

WM-Endstand

  1. Suzuki Endurance Racing Team, Suzuki GSX-R 1000, 154 points
  2. GMT94 Yamaha, Yamaha YZF-R1, 132 points
  3. Team SRC Kawasaki, Kawasaki ZX-10R, 100 points
  4. BMW Motorrad France Team Penz13, BWM S 1000 RR, 71 points
  5. Team Traqueur Louit MOTO 33, Kawasaki ZX-10R, 68 points
  6. Team Bolliger Switzerland, Kawasaki ZX-10R, 55 points
  7. Junior Team Le Mans Sud Suzuki, Suzuki GSX-R 1000, 54 points
  8. Tati Team Beaujolais Racing, Kawasaki ZX-10R, 53 points
  9. Honda Endurance Racing, CBR1000 RR SP, 50 points
  10. Monster Energy Yamaha YART, Yamaha YZF-R1, 41 points

 

Endstand SuperstockWorld Cup

  1. Team Traqueur Louit MOTO 33, Kawasaki ZX-10R, 68 points
  2. Junior Team Le Mans Sud Suzuki, Suzuki GS-R 1000, 54 points
  3. Tati Team Beaujolais Racing, Kawasaki ZX-10R, 53 points
  4. AM Moto Racing Competition, Suzuki GSX-R, 31 points
  5. Völpker NRT 48 & PENZ13 By Schubert Motors, BWM S 1000 RR, 25 points
  6. Starteam Pam-Racing, Suzuki GSX-R 1000, 23 points
  7. Team 3ART YAM’ Avenue, SST, Yamaha YZF-R1, 18 points
  8. ATOMIC 68, Suzuki GSX R 1000, 22 laps 13 points
  9. BMRT 3D Endurance, Aprillia 10 points
  10. Ecurie Chrono Sport 1, Kawasaki ZX-10R, 10 points

 

About Author

Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

Leave A Reply