Ausprobiert: Kevlar-Jeans »Trilobite Parado«

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Dass es mit der Schutzwirkung einer Jeans nicht weit her ist, weiss jeder, der Motorrad fährt. Trotzdem schlüpft nicht jeder gleich ins Leder, wenn es mal eben um die Ecke oder in die Stadt gehen soll; oder wenn die Temperaturen hochsommerlich sind. Kevlar-Jeans gelten als akzeptabler Kompromiss aus Tragekomfort und Sicherheit.

Der Gasgriffsalat hat das 179,90 Euro teure Modell »Trilobite Parado« zum Ausprobieren ausgewählt, weil einfach das Design und ein paar Features gefielen. Trilobite ist eine tschechische Firma, die Protektoren liefert Forcefield aus England, den Import nach Deutschland besorgt die Firma Germot aus Dreieich. Der Vertrieb läuft über den Motorrad-Fachhandel.

Die Hose im Five-Pocket-Style verfügt über einen Frontreißverschluss. Das rustikale Design fällt aus dem üblichen Rahmen anderer Kevlar-Jeans-Hersteller. Ebenso das Polyamid-Stretchmaterial im Schritt, wie man es bei Ledereinteilern mitunter findet. Markant sind dazu die Belüftungs-Reißverschlüsse auf den Oberschenkeln; ein praktisches und fashionables Detail.

Die Hose ist aus blauem Stretch-Denim (98 % Baumwolle, 2 % Lycra) gefertigt, dazu gibt es separate Stretch-Bereiche über dem Gesäss und an den Knien. Die Taille im Rücken ist zusätzlich etwas hochgezogen. Diese durchdachten Details machen sich bemerkbar: Wie die Passform der Hose sich in der Praxis anpasst, egal ob stehend oder sitzend, ist prima und überzeugt auf ganzer Linie.

Kevlar, der Markenname einer Aramidfaser von Chemieriese DuPont, zeichnet sich durch hohe Festigkeit und Hitzebeständigkeit aus. Daraus gewobenes Material ist widerstandsfähig gegen Schnitte, Abrieb und hohe Temperaturen. Kevlar kommt nicht umsonst auch bei kugelsicheren Westen zum Einsatz.

Verstärkt mit Kevlar sind der Gesäß- und der Kniebereich. Dazu kommen Protektoren, die mehrschichtig aufgebaut und nach EN 1621-1 zertifiziert sind. Die Hüftprotektoren werden in eingenähte Taschen eingesetzt. Für die Knieprotektoren gibt es mit Klettstreifen versehene Stoffhüllen, die sich wiederum in die Knietaschen einsetzen lassen. Damit ist es möglich, die Protektoren bei Bedarf etwas nach oben oder unten zu positionieren, was sinnvoll ist, damit es über dem Knie bestmöglich passt.

Die Trilobite Parado macht einen soliden, fast schweren Eindruck. Kein Wunder, die Hose wiegt 1.450 Gramm, mehr als doppelt soviel wie eine herkömmliche Jeans (670 Gramm). Das Denim-Gewebe ist dick und fest, das Kevlar-Gewebe sauber eingepasst. Alle Nähte machen einen stabilen Eindruck, wie überhaupt die Verarbeitung ordentlich anmutet. Laut Hersteller wird ein Garn mit hoher Dichte für hohe Zugfestigkeit verwendet.

Auf drei verschiedenen Motorrädern (Triumph Speed Triple R, Yamaha R1, Honda CB1300) kamen in drei Wochen gut 2.000 km Fahrstrecke zusammen, herummarschiert wurde auch einiges. Die Kevlar-Jeans trägt sich komfortabel, an der Funktion von Stretch-Denim und den Stretch-Partien gibt es nichts zu kritteln, im Gegenteil. Kombiniert wurde das Beinkleid mit Kurzschaft-Daytona-Stiefeln (Rainbow) und Lederjacken.

Direkt nach dem Anlegen fühlt man schon, wie die Hose aufträgt; auch die Protektoren, die einen Tick geschmeidiger ausfallen könnten, sind vernehmlich zu spüren. Auf dem Gang von der Haustür zur Garage hat man damit unwillkürlich einen Gang drauf wie John Wayne. Nach fünf Minuten lösen sich derlei Gedanken aber in Luft auf. Ich habe mich unterwegs immer ordentlich angezogen gefühlt.

Die Kevlar-Jeans Trilobite Parado ist vom TÜV Rheinland zertifiziert. Neben einer zusätzlichen Langversion ist die Hose auch mit Damenschnitt erhältlich.

Fotos: Buenos Dias

Kontaktlink: Germot Motorcycle Fashion 

 

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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