Karthin-Suzuki GSR 750 SuperNaked

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Freie Sicht auf alles: SuperNaked Karthin-Suzuki GSR 750.

Die Suzuki GSR750 ist ein feines Naked-Bike. Fährt super und kostet nicht die Welt. In der Boxengasse steht nun vor mir eine aufgepeppte blau-gelbe Rennversion des Mittelgewichts. Warum? Weil im Winter die SuperNaked-Klasse ins Leben gerufen wurde, in der folgende Modelle startberechtigt sind: BMW R 1200 R ’15, Ducati Monster 821, Honda CB1000R, Kawasaki Z800, Suzuki GSR750 und Yamaha MT-09. Die Karthins mit Papa Detlef (Ex-Racer und Teamchef) und Sohnemann Kjel (GSX-R Cup Meister 2014) zählten zu den Ersten, die dafür ein Motorrad aufbauten, nachdem der deutsche Suzuki-Importeur die Serienbasis spendierte.

Kratz! Legt Kjel die supernackte Suzi zu sehr um oder muss die nächste Spoilerwanne nur schmaler ausfallen?

Die blau-gelbe Karthin-Suzuki GSR 750 präsentiert sich rundum ansehnlich, gleichwohl technisch moderat aufgerüstet. Das Reglement hält den Spielraum gering (max 10 % Leistungssteigerung sind zulässig, das Mindestgewicht beträgt für alle 172 kg), um zu verhindern, dass die Kosten ausufern.

 

So sind die Modifikationen rasch aufgelistet: Power Commander, Sportluftfilter und Arrows-Auspuff heben die Leistung sauber abgestimmt von serienmäßig 106 auf jetzt 115 PS. Für das Fahrwerk stellte Mupo-Importeur Zupin passende Federelemente zusammen. Montiert wurden dazu Sportfußrasten und Handhebel von ABM sowie Sturzpads und Achsschützer von R+G. Heck, Tankschutzhaube und Bugspoiler steuerte Moto Säring bei. Eine kurze und klare MBA-Scheibe auf der Lampenmaske kombiniert den Durchblick beim Zusammenfalten mit Windschutz und der Reglement-Forderung nach Beibehaltung der Seriensilhouette.

 

Die SuperNakeds starten gemeinsam mit der mager besetzten Supersport-600-Klasse, die es 2015 auf nur 10 Starter bringt. Am Lausitzring raufte Kjel Karthin mit Michael Galinski, der eine Yamaha MT-09 als Naked-Racer aufgebaut hat, und wurde Zweiter. Im zweiten Durchgang, auf den Galinski verzichtete, donnerte Karthin dann zum Sieg. In Zolder war der Teamchef des Yamaha Deutschland Superbike-Teams nicht am Start, dafür tauchte Udo Reichmann mit einer MT-09 auf. Jedenfalls drehte Karthin eher unhelligt seine Runden und fuhr zweimal den Klassensieg ein.

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Familien-Bande: Kjel und Detlef Kartin.

Die gut 260 km/h schnelle und mit leerem Tank 179 kg leichte Karthin-Suzuki ist ein interessanter Ansatz für eine Klasse, die mit Blick auf akzeptable Kosten und seriennahe, unverkleidete Optik einiges Potential verspricht. Was derzeit fehlt, sind mehr Bikes und Aktive, für bunt gemischte Action möglichst vieler Marken. Ralf Waldmann hat angeblich Interesse bekundet, mit einer Ducati anzutreten; Benny Wilbers will die Slowakin Sandra Stammova ins Rennen schicken, wenn BMW die Freigabe für den Renneinsatz der R1200R erteilt, was derzeit nicht der Fall ist.

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Kjel neben 600 SSP-Laufsieger Lauslehto in Zolder. Die Bilanz nach 4 Starts: 3 Siege, 1 x Zweiter.

Die Zukunft muss zeigen, wie sich die SuperNaked Klasse entwickelt. Wenn ein paar sportbegeisterte Honda- oder Kawa- oder Ducati-Händler einsteigen, käme mehr Leben in die Bude und die Karthin-Suzuki GSR 750 könnte im Multi-Markenvergleich zeigen, dass sie mehr ist als nur ein bunter Farbtupfer im IDM-Fahrerlager.

Fotos: Buenos Dias

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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