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Bubba Shobert: Living in a box 

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Im April vor 27 Jahren ging in Donington das erste Rennen zur Superbike-WM über die Bühne. Mit von der Partie war der Amerikaner Don Wayne »Bubba« Shobert auf seiner Honda VFR750F. Der dreifache AMA Grand-National-Champion war über den großen Teich gereist, um bei den Match-Races zwischen USA und Großbritannien für sein Land anzutreten. Am Karfreitag wurde für diesen Ländervergleichskampf in Brands Hatch gestartet, am Ostermontag in Donington. Weil dazwischen das Superbike-WM-Event abgewickelt wurde, fuhr der Texaner auch hier mit.

Das Foto oben zeigt, dass das Rennfahrerleben 1988 nicht ganz so glamorös war, wie mancher sich heute vielleicht vorstellt. Bubba, zwischen zwei Trainings, beim Nickerchen zwischendurch in der Transportkiste, während Mechaniker Mike Velasco, der schon für Freddie Spencer an Honda-Superbikes schraubte, die Technik salbt. Living in a Box, fast eine idyllische Szene.

Andere Piloten wie Fred Merkel, Roger Burnett, Joey Dunlop oder Kenny Irons setzten in Donington die neue, mit Blick auf die WM-Serie entwickelte VFR750R alias RC30 ein. Shobert jedoch pilotierte die ältere VFR750F, in Amerika besser bekannt als »Interceptor«.

Gespickt mit Werks-Spezialteilen war diese V4-Maschine von Honda-Amerika speziell für die US-Superbike-Championship aufgebaut worden. Damit hatte zuerst Wayne Rainey 1986 den Titel gewonnen, 1987 dann Fred Merkel. 1988 schließlich sollte Bubba Shobert die AMA Superbike-Meisterkrone mit der VFR750F abräumen, mit 3 Siegen bei insgesamt 7 Rennen.

Shobertx-VFR-88

Der Ami kehrte später als GP-Pilot einer Zweitakt-NSR500 und dem Cabin-Honda-Team nach Europa zurück, um in die Fußstapfen von Lawson, Schwantz oder Rainey zu treten. Ein Vorfall beim Laguna Seca-GP 1989 bedeutete das Ende der Karriere. Kevin Magee machte nach dem Rennen einen Burn-Out, was Shobert übersah, weil er sich gerade nach hinten umdrehte, um einem anderen Fahrer zu gratulieren. Shobert verletzte sich beim Aufprall; die Genesung nahm viel Zeit in Anspruch.

Bubba Shobert arbeitete später als Teammanager in der US-Rennszene; 1998 wurde er in die AMA Motorcycle Hall of Fame aufgenommen. Der Auftritt seines seltenen und sehr speziellen amerikanischen V4-Superbikes in Donington 1988 sollte der einzige in Europa bleiben.

Fotos: Buenos Dias

 

 

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Gerhard Rudolph, fährt Honda CB 1300 und am liebsten Jethelm mit dunklem Visier.

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